Text-Bild-Ansicht Band 215

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Bewegung der zu gravirenden Walze zugetheilt ist, der Diamantstichelwagen aber, sonst unbeweglich, nur das Heben und Senken der Diamantspitzen besorgt. Es hängt hiermit der Vortheil kleinerer Dimensionen der Rigby'schen Maschine und die leichtere Handhabung durch den Arbeiter zusammen – ein Fortschritt, welcher alsbald durch rasche Einführung derselben in den Fabriken gewürdigt wurde. Die ursprüngliche Benennung Pentograph, entsprechend der bedeutenden Rolle, welche die Fünfzahl in der Anordnung der ganzen Maschine spielt, wurde nun umgewandelt in Pantograph, um damit anzudeuten, daß mit dieser Maschine alle Muster gravirt werden können. Diese sanguinische Hoffnung wurde anfänglich in manchen Fabriken getheilt, jedoch nie erfüllt. Man versuchte die schwierigeren Zeichnungen der Pantographengravüre anzupassen, aber man fand bald, daß feine Muster, wenn sie solche bleiben sollen, sich nicht nach Gutdünken drücken und abrunden, nicht nach Belieben kürzen und verlängern lassen, nur um die Molettengravüre entbehren zu können. Als wirkliche Kunsterzeugnisse verlangen sie eine treue, unverfälschte Wiedergabe, oder sie verwandeln sich in plumpe, lächerliche Verzerrungen des Originals. Schon der Umstand, daß die in den Kupferwalzen durch Aetzen hervorgebrachten Vertiefungen weniger bestimmt, cylinderförmig abgerundet sind, während durch Einpressen der harten Stahlmoletten eine oben und unten scharfkantige, durch markirte Linien begränzte Vertiefung entsteht, legt der Anwendung des sonst so schätzbaren Pantographen die Beschränkung auf, daß er nur für Dessins einfacherer und gröberer Art in Anspruch genommen werden soll, wie deren jede Mustercollection in mehr oder weniger starker Vertretung aufzuweisen hat. Diese Beschränkung schmälert in keiner Weise das Verdienst der sinnreichen Erfindung, sondern, indem man ihren Werth auf das richtige Maß stellt, wird sie in ihrem eigenen Interesse vor übertriebenen Ansprüchen an ihre Leistungsfähigkeit geschützt. Die Verbesserungen, welche die auf der Wiener Ausstellung durch John M. Sumner und Comp. in Manchester vertretene Gravirmaschine nach dem Shield'schen System anstrebt, sind zum Theil eine indirecte Bestätigung der soeben ausgesprochenen Ansicht.

Diese Maschine, welche im ersten Stadium der Erfindung schon auf der Londoner Ausstellung 1862 vorgeführt worden ist, hat für das Auflegen der gravirten Zinktafel nicht einen gewölbten, sondern einen ebenen Tisch A (Fig. 32 bis 34). Diese Anordnung bezweckt eine leichtere, bequemere Führung des Zeichenstiftes a₁; durch sie ist aber zugleich eine von dem Rigby'schen Apparat wesentlich verschiedene Uebertragung der Bewegung des Zeichenstiftes auf die Diamantstichel