Text-Bild-Ansicht Band 215

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der Coulisse f₁ aber regulirbaren Reductionsverhältnisse. Hierin liegt ein bedeutender Vortheil des Shield'schen Systems vor den älteren Maschinen, bei welchen ein für alle Mal fest vorgeschrieben ist, daß die Zeichnung auf der Zinktafel fünf Mal so groß sein muß als das gegebene Muster. Vorliegende Gravirmaschine läßt ganz gut eine zwei- bis zehnfache Vergrößerung zu.* Man wird die kleinste Vergrößerung wählen bei groß angelegten Mustern, um das Graviren auf der Zinktafel und den Weg für den Zeichenstift und damit die ganze Arbeit abzukürzen. Ferner ist man der scrupulösen Auswahl der Walzen nach ihrem Umfang überhoben; man vergrößert die Zeichnung auf dem Zink je nach dem Umfang der disponiblen Walze, und stellt danach die Coulisse in den Winkel, welcher der betreffenden Vergrößerung entspricht.

Bisher war jedoch nur von der Bewegung (Drehung) der Kupferwalze die Rede. Es ist naheliegend und geht auch aus den Betrachtungen über den Rigby'schen Pantographen hinreichend hervor, daß dieselbe im engsten Zusammenhang mit der horizontalen Bewegung der Diamanten stehen muß, damit die Zeichnung auf dem Cylinder mit jener auf der Zinktafel genau übereinstimmt.

Die Diamantstichelträger g₁ sind auf den Schienen g₁, g₂ befestigt, die mittels Rolle g₃ auf den festen Führungsschienen g₄, g₄ beweglich sind. Eine der Schienen g₂ steht in Verbindung mit einer zweiten Coulisse h₁ (von analoger Einrichtung wie die Coulisse f₁), in deren Nuth auf der unteren Fläche ein an dem Bügel f₃, welcher von der Schiene b₃ ausgeht, befestigter Zapfen f₂ eingreift.

Wird also der Zeichenstift a₁ senkrecht zur Cylinderachse c₁ heraus oder zurück geschoben, so bewegt sich zunächst die Schiene b₃ (durch Stange a₂, Querschiene b₁ und Rollen b₂ mit Stift a₁ verbunden) im gleichen Sinne; die Schienen g₂ und demzufolge die Diamantspitzen erhalten aber vermöge der schräg gestellten Coulisse h₁ eine seitliche, zur Cylinderachse parallele Verschiebung, deren Größe analog wie oben von dem Neigungswinkel von h₁ zu g₁ abhängt.

Um getreue Copien der Zeichnung auf den Kupfercylinder überzutragen, müssen die Neigungswinkel der beiden Coulissen f₁ und h₁ gleich sein.

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Steht die Coulisse f₁ parallel zu e₆ – ist also der Neigungswinkel (α) = 0, so erfolgt keine Drehung (y) des Kupfercylinders bei einer beliebigen Seitenverschiebung (x) des Zeichenstiftes; denn y = x tang α wird gleich Null. Für α = 45°, wird y = x u. sf.