Text-Bild-Ansicht Band 215

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Lunge beweist demnach nicht die Unrichtigkeit meiner Resultate, sondern modificirt nur meine Schlußfolgerung, daß Verluste zwischen 40 und 70 Proc. im Gloverthurme statt haben. Meine Folgerung war zu weitgehend, wie ich gerne zugebe. Ich hatte die Größe des möglichen Verlustes nicht in der Weise nachgerechnet, wie dies Lunge thut, und schätzte sie auf etwa 2 Proc. Natronsalpeter von 100 Th. verbranntem Schwefel.

Auch C. Fr. Kuhlmann, Fabrikant in Lille, spricht sich dagegen aus, stark nitrose Säure durch den Gloverthurm fließen zu lassen, indem er sagt: „Wendet man Gloverthürme an, so ist nur eine schwach mit salpetrigen Dämpfen gesättigte Kammersäure zu benützen.“ Wie mir bekannt, wird auch in seinen Fabriken die Denitrirung der Nitrosen Säure nicht in Gloverthürmen vorgenommen.

Ich würde Hrn. Dr. Lunge sehr dankbar sein, wenn er mir den Weg zeigen wollte, auch für die Denitrirung der nitrosen Säure ausschließlich durch Beobachtung der Erscheinungen im Gloverthurm selbst zu genauen Resultaten zu gelangen. Ich selbst habe diesen Weg nicht finden können, hielt es aber für besser, Laboratoriumsversuche unter ähnlichen Bedingungen, wie dieselben im Thurme herrschen, zu machen, als die wichtige Function der Denitrirung überhaupt der Besprechung zu entziehen.

Bezüglich des Salpeterverbrauches gestatte ich mir die Bemerkung, daß in den bedeutendsten Fabriken von Widnes derselbe im Durchschnitt langer Zeiträume, eines Jahres z.B., mindestens 5 Proc. beträgt. Wenn Lunge den Salpeterverbrauch am Tyne auf 3 1/2 und 4 Proc. angibt, so ist diese Zahl „werthlos,“ so lange nicht auch die Ausbeute an Schwefelsäure aus den verbrannten Pyriten angegeben wird.

Widnes, im Februar 1875.

Verstärkung von Schwefelsäure im Gloverthurm; von Friedr. Bode in Haspe.

Im ersten Januarheft dieses Journals (1875 215 56) erwähnt bei Gelegenheit seiner Besprechung des Gloverthurmes, speciell der Arbeit von Vorster über diesen Apparat (1874 213 411. 506), Dr. G. Lunge meiner Person in einer mir unliebsamen, aber auch durchaus ungerechtfertigten Weise.

Ich hatte auf die erste Publication über den Gloverthurm von Dr. Lunge in diesem Journal (1871 201 341), in welcher als ein Vortheil dieses Apparates auch jener angegeben wird, daß ein Verlust an Schwefelsäure beim Verstärken darin nicht stattfinden könne, u.a. auch die Bemerkung gemacht, daß, obgleich ich einen solchen Verlust bei Verdampfung in offenen Pfannen durchaus nicht in Abrede stellen möchte, ich doch geneigt sei, diesen Verlust auf ein großes Minimum zu veranschlagen.

Nun kommt Vorster und beweist in seiner, oben angezogenen, Arbeit (über welche ich mich dem Urtheile von Dr. Lunge nur anschließen kann), daß beim Concentriren von Schwefelsäure im Gloverthurme 3,89 Proc. Schwefelsäure davongehen, welche aber in der ersten Bleikammer wieder erhalten werden, und Dr. Lunge nimmt hieraus Veranlassung, mir auf unbewiesene Allgemeinheiten nachzuweisen, daß ich im Irrthum sei, wenn ich den Säureverlust beim Verdampfen (in offenen Pfannen) nicht für irgendwie nennenswerth und für ein großes Minimum halte.