Text-Bild-Ansicht Band 210

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die dritte Bohrung ein rechtwinkelig gebogenes Gasentwickelungsrohr, welches mit dem Absorptionsapparate F in Verbindung steht. Derselbe wird bei D mit der früher erwähnten Jodlösung gefüllt u. z. mit einer genau abgemessenen Anzahl von K. C., z.B. 15. Man verdünnt diese, wenn nothwendig, noch mit Wasser, so weit, bis der Apparat circa drei viertel Theil gefüllt erscheint. Ist dieß geschehen, so wird über denselben ein Kasten gestürzt, um die lichtempfindliche Absorptionsflüssigkeit vor der Einwirkung der Sonnenstrahlen zu schützen.

Wenn der Apparat auf die angegebene Weise vorgerichtet ist, wird durch denselben Wasserstoffgas so lange durchgeleitet, bis man die Ueberzeugung hat, daß alle atmosphärische Luft verdrängt ist. Ist dieß geschehen, so schließt man den Hahn (A), öffnet den Hahn B des Kugeltrichters und erwärmt die Kugel so lange, bis einige Tropfen der darin befindlichen Salzsäure in den Glaskolben auf das Roheisen u. dgl. gelangen. Wenn das geschehen ist, so schließt man B wieder. Durch die Zersetzung des zu untersuchenden Materiales mit Salzsäure, beginnt eine lebhafte Gasentwickelung. Die entweichenden Gase gelangen in den Absorptionsapparat und glucken in Gestalt von Blasen eine nach der anderen durch die darin befindliche Flüssigkeit. Die oftmalige Berührung und der wiederholte Durchgang der einzelnen Gasblasen durch die Absorptionsflüssigkeit, bewirken eine vollständige Aufnahme und Zersetzung des Schwefelwasserstoffes. Hat die Gasentwickelung aufgehört, so erwärmt man die Kugel von Neuem, öffnet den Hahn B und läßt abermals Salzsäure in den Kolben gelangen, schließt dann den Hahn B wieder, läßt die Gasentwickelung vor sich gehen, und wiederholt die Operationen so lange, bis endlich alle Salzsäure in den Glaskolben getrieben wurde. Hat dann endlich die Gasentwickelung aufgehört, so erwärmt man den Kolben bis zum Kochen der darin befindlichen Flüssigkeit, um die Lösung zu beschleunigen und absorbirtes Schwefelwasserstoffgas auszutreiben. Bei grauem Roheisen ist nach dieser Operation Alles vollständig zersetzt, bei Weißeisen, Spiegeleisen, Schmiedeeisen und Stahl hingegen in den seltensten Fällen. Um dieß aber auch hier zu bewerkstelligen, füllt man den Kugeltrichter mit destillirtem Wasser und läßt auf dieselbe Weise, wie früher Salzsäure, jetzt dieses in den Kolben treten u. z. so lange bis auch da das untersuchte Material, in der auf diese Weise verdünnten Salzsäure gelöst resp. zersetzt ist. Hat man dann auch hier zum Schlusse erwärmt und fängt die Absorptionsflüssigkeit an gegen D in dem Maaße zurückzusteigen, als der Kolben erkaltet, so öffnet man den Hahn (A) wieder, und leitet aufs Neue so lange Wasserstoff durch den Apparat, bis alle in demselben befindlichen Gase