Text-Bild-Ansicht Band 210

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Den an ein gutes Trinkwasser gestellten Anforderungen genügt demnach in der Regel nur Quellwasser oder das sogenannte Grundwasser, welches keine thierischen Stoffe aufgenommen hat.

Ausführung der Wasseruntersuchung.

1. Temperatur und Füllung.

Die Temperatur von Trinkwasser wird mit einem genauen Thermometer, welches wenigstens 0,1° angibt, an der Quelle bestimmt. Bei Pumpbrunnen läßt man etwa 2 Eimer fortfließen, nimmt die Temperatur, pumpt weiter und bestimmt die Temperatur nochmal; stimmen dieselben nicht völlig überein, so wird die Operation wiederholt, um so den Einfluß der Brunnenröhren u.s.w. möglichst zu beseitigen.

Zur Füllung wird am besten eine Zweiliterflasche mit Glasstopfen verwendet. Dieselbe wird sorgfältig gereinigt, an der Quelle 2–3mal mit dem zu untersuchenden Wasser ausgespült und erst dann völlig gefüllt. Zugleich ist die Umgebung der Quelle, Geschmack und Geruch des Wassers u. dgl. zu berücksichtigen.

In Ermangelung einer solchen wird eine gewöhnliche weiße Wasserflasche in gleicher Weise gefüllt und mit einem Kork geschlossen, der in Pergamentpapier gehüllt ist.

2. Mikroskopische Prüfung.

Von einem etwa 15 Millimet. weiten Glasrohre werden 10 bis 12 Millimet. lange Enden abgesprengt und an beiden Seiten abgeschliffen. Ein solcher Glasring wird erwärmt, an einem Ende mit etwas Stearin bestrichen und auf ein gewöhnliches mikroskopisches Objectglas, welches ebenfalls erwärmt war, aufgesetzt.

In die so hergerichtete wasserdichte Glaszelle, die noch einigemal mit dem zu untersuchenden Wasser ausgespült ist, wird mittelst einer Pipette 1 Kub. Cent. Wasser gebracht, und unter dem Recipienten einer Luftpumpe über Schwefelsäure fast zur Trockne verdunstet. Der Glasring wird entfernt und die Probe bei steigender Vergrößerung (100 bis 800fach) der mikroskopischen Prüfung unterzogen.

Die Salze zeigen sich in ihren charakteristischen Krystallformen, die niedrigen Organismen nicht selten noch mit deutlicher Bewegung. Wird jetzt ein Tropfen Wasser zugefügt, so verschwinden die Krystalle der leichtlöslichen Verbindungen (Kochsalz, Salpeter, Glaubersalz u.s.w.); auf Zusatz eines Tropfens verdünnter Salzsäure lösen sich die sechsseitigen