Text-Bild-Ansicht Band 210

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100000 Th., in England 1 Grain CaCO³ auf 1 Gallon Wasser. Demnach ist

deutsch englisch französisch
1 deutscher Härtegrad = 1 1,25 1,79
1 englischer = 0,8 1 1,43
1 französischer = 0,56 0,7 1

Folglich gibt die Summe der Aequivalente in Milligrm. von Kalk und Magnesia, welche in einem Liter enthalten sind, multiplicirt mit 2,8 die Anzahl der deutschen Härtegrade. Die bleibende Härte wird durch Subtraction der veränderlichen von der Gesammthärte gefunden; sie gibt an, wie viel alkalische Erden nicht durch Kochen gefällt werden können.

10. Berechnung der Analysen.

Bei der Aufstellung der durch die Analysen erhaltenen Resultate verfährt man häufig in der Weise, daß die Schwefelsäure direct auf Gyps, das übrige Calcium und Magnesium als einfach- oder doppeltkohlensaures, Chlor auf Kochsalz berechnet wird, u.s.f. Diese Zusammenstellung ist für städtische Wässer unrichtig, da, wie schon hervorgehoben, Calcium und Magnesium vorwiegend als Bicarbonate, die Schwefelsäure aber als Alkalisalz (aus dem Harn) darin enthalten ist. Auch Helm (Schriften der naturforschenden Gesellschaft in Danzig 1871) hat im Prangenauer Wasser schwefelsaures Natrium und Kalium, aber keinen Gyps aufgefunden; Calcium und Magnesium waren nur als Carbonate vorhanden; ähnlich Aeby (Journal für praktische Chemie II. 5. 208).

Völlig unverständlich ist die Behauptung, daß die Fischborner Quellen bei Frankfurt (Journal für Gasbeleuchtung 15. 288) in 100000 Theilen Wasser 0,24 Schwefelsäure an Kalk zu Gyps und 0,59 Natron an Chlor und Kohlensäure gebunden enthalten sollen. Also Soda und Gyps nebeneinander!

Die combinationslose Aufstellung der Bestandtheile als Oxyde und Säureanhydride hat den Uebelstand, daß die dem Chlor äquivalente Sauerstoffmenge von den betreffenden Metalloxyden abgezogen werden muß. Es ist daher der Vorschlag gemacht, die Metalle als solche (Ca, Mg, K u.s.f.) und die einzelnen Säureradicale (Cl, SO⁴, CO³ u.s.w.) getrennt anzugeben. Ganz besondere Vorzüge scheint aber die Aufstellung in Aequivalenten zu haben (Aequiv. in Milligrm. im Liter = Grm. im Kubikmet. = 0,001 Normallösung). Nicht nur wird dadurch die Berechnung der Analyse,