Text-Bild-Ansicht Band 123

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daher diese Späne noch weiter zertheilt werden, so muß man andere Messer l, l anwenden, welche verticale Schnitte in die Rüben machen, ehe die Messer d zu schneiden beginnen.

XVIII. Das preußische Zündnadelgewehr.

Aus dem Practical Mechanic's Journal, Nov. 1851, S. 176.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Bald nach der französischen Revolution im Jahr 1830 wurde durch die Aussicht auf einen Continentalkrieg die Aufmerksamkeit auf die Verbesserung der Feuerwaffen hingelenkt. Um diese Zeit erfand Hr. Dreyse, der berühmte Zündhütchen- und Gewehrfabrikant zu Sömmerda in Preußen ein Gewehr, welches in Deutschland unter dem Namen Zündnadelgewehr bekannt ist, weil es durch Hineinstoßen einer kleinen Nadel in die zwischen der Kugel und dem Pulver befindliche Zündmasse abgefeuert wird. Obgleich jetzt veraltet, hat doch Dreyse's ursprüngliches System das Verdienst, schätzbaren Verbesserungen ein neues Feld geöffnet zu haben, und verdient daher eine nähere Beschreibung.16) Fig. 10 stellt den hinteren Theil dieses Gewehrs im Verticaldurchschnitt dar. A ist der Lauf, dessen Kaliber auf die letzten 2 1/2 oder 2 3/4 Zoll zur Aufnahme des Nadelmechanismus sich erweitert. Unmittelbar vor diesem erweiterten Theile sind zur Befestigung der Schwanzschraube B einige Schraubengänge in den Lauf geschnitten. Die Schwanzschraube ist aus Kanonenmetall. Der vor den Schraubengängen befindliche Theil der letztern ist cylindrisch und paßt genau in den Lauf, während der hinter den Schraubengängen befindliche Theil viereckig ist, um das Anlegen eines Schraubenschlüssels zu gestatten. Der vordere cylindrische Theil der Schwanzschraube ist so ausgebohrt, daß er eine Kammer zur Aufnahme des Pulvers bildet, und in der Mitte dieser Kammer befindet sich eine enge Röhre C zur Leitung der Nadel D, durch deren Bewegung aus der Röhre die Explosion der Zündmasse bewerkstelligt wird. Die Nadel ist mit dem Cylinder E verbunden, und dieser

16)

Sämmtliche Figuren sind in der Hälfte der natürlichen Größe gezeichnet.