Text-Bild-Ansicht Band 123

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enthält eine Scheibe F von solchem Durchmesser, daß sie sich in dem erweiterten Theile des Laufs frei rückwärts und vorwärts bewegen läßt. Ueber den cylindrischen Stift E ist zwischen die Scheibe F und die Schraube H, welche das Ende des Laufs verschließt, eine starke Spiralfeder G geschoben. Diese Feder drückt, wenn sie nicht gespannt ist, den andern Theil des Cylinders E gegen das Ende der Schwanzschraube, wo dann die Nadel ungefähr 3/8 Zoll aus der Mündung der Röhre C hervorragt. Die Kurbel I, welche die Stelle des Hahns vertritt, befindet sich in horizontaler Lage an der rechten Seite des Laufs. Indem man ihr eine halbe Drehung ertheilt, wirkt die mit der Kurbel excentrisch verbundene Fläche Schiene J durch einen Schlitz in der Seite des Laufs, auf die Scheibe F, bewegt sie zurück, zieht dadurch die Nadelspitze in die Röhre und drückt die Feder zusammen. An dem Ende dieser Bewegung schnappt eine mit dem Drücker verbundene Fläche Feder in den unteren Theil der Scheibe und hält die Spiralfeder zurück. Durch diese Bewegung der Kurbel wird der mit ihr verbundene Stift K, welcher durch die Schraube bis ins Innere des Laufes reicht, gleichfalls zurückgezogen, und dadurch das Gewehr zum Laden in Bereitschaft gesetzt. Die Patrone unterscheidet sich von der gewöhnlichen insofern, als sie nicht nur das Pulver und die Kugel, sondern auch die Zündmasse enthält. Ein cylindrischer Pfropf L aus Pappdeckel oder Papier und von etwas geringerem Durchmesser als das Innere des Laufs, ist an dem einen Ende zur Aufnahme der Kugel ausgehöhlt; an dem andern Ende enthält er eine Vertiefung, in welche die Zündmasse M zu liegen kommt. Der Pfropf wird in das Papier der Patrone geleimt, dann das Pulver eingeschüttet und das Papier wie bei einer gewöhnlichen Musketenpatrone gefaltet. Um nun das Gewehr zu laden, öffnet man die Patrone, und schüttet das Pulver von der Gewehrmündung aus in die Kammer, dann dreht man alles lose Papier ab und läßt den Pfropf mit der Kugel in den Lauf hinabgleiten. Nachdem die Kurbel nun in ihre ursprüngliche Lage gebracht worden ist, drückt der Stift K auf die Seite des Pfropfs und verhindert zugleich das Herausfallen der Kugel aus dem Lauf. Inzwischen ist die Nadel durch das Einschnappen der Flächen Feder zurückgehalten werden. Sobald man aber den Drücker anzieht, wird die Nadel durch die Spiralfeder vorwärts geschnellt, wobei sie in den Zündspiegel eindringt und ihn durch Friction entzündet.

Diese Erfindung scheint aus dem Bedürfniß entstanden zu seyn, die Unbequemlichkeit und den Zeitverlust zu vermeiden, der stets mit der besonderen Handhabung eines so kleinen Gegenstandes, wie das gewöhnliche Zündhütchen, verbunden ist; und es ist nicht zu läugnen,