Text-Bild-Ansicht Band 123

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Alle diese Beobachtungen führen nun zu dem Schlusse, daß die wirksamsten Linsen diejenigen sind, bei welchen der photogenische Focus vom Gesichtsfocus am weitesten absteht, aber wir hatten noch keinen hinreichenden Beweis, daß der Effect die Folge einer solchen Theorie ist. Dieß veranlaßte mich über Mittel nachzudenken, wodurch man die Kraft der Linsen, deren Brennpunkte getrennt sind, mit der Kraft jener, bei denen sie coincidiren, vergleichen könnte; und es gelang mir ein Instrument herzustellen, das diesem Zweck vollkommen entspricht.

Ich will nun mein Instrument (Fig. 10), das ich Dynaktinometer nenne, beschreiben. Sein Zweck besteht im Allgemeinen darin, die chemische Kraft zu messen, welche sowohl aus der Intensität der Lichtstrahlung als aus der Construction der Linsen resultirt. Mein Instrument besteht aus einer dünnen metallenen Scheibe, welche vollkommen schwarz ist und einen Spalt hat, der sich von ihrem Mittelpunkt bis zur Peripherie erstreckt; sie ist auf einer Achse befestigt, die sich in einer ebenfalls metallenen Scheibe, welche aber six und vollkommen weiß ist, dreht. Die weiße Scheibe hat ebenfalls einen von ihrem Mittelpunkt ausgehenden Spalt, welcher genau so lang als der Radius der schwarzen Scheibe ist; die schwarze Scheibe kann folglich die weiße Scheibe durchschneiden und wird beim Drehen nach und nach die ganze weiße Fläche bedecken. Der Raum der weißen Fläche, welche die schwarze Scheibe bedecken kann, bildet für sich eine Art Zifferblatt, welches in eine beliebige Anzahl gleicher Segmente getheilt ist, die alle numerirt sind. Ich habe für einen großen Kreis, welcher auf das Zifferblatt beschrieben ist, zwanzig Segmente, und für einen kleineren Kreis welcher in den großen beschrieben wurde, acht Segmente angenommen. Die ersten zwanzig Segmente sind in einfacher arithmetischer Progression numerirt, und die acht Segmente in geometrischer Progression 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64. Den Zweck dieser zweierlei Progressionen will ich sogleich erläutern.

Die schwarze Scheibe kann in der Art gedreht werden, daß sie während jeder Secunde (oder eines sonstigen gleichen Zeittheils) ein neues Segment des größeren Kreises bedeckt. Auf diese Weise wird das letzte Segment zwanzigmal mehr Licht empfangen haben als das erste, und alle anderen in arithmetischer Progression.

Ich habe in der Beschreibung meines Photographometers (polyt. Journal Bd. CXI S. 42) bemerkt, daß die Differenz der photogenischen Intensitäten, wenn sie eine arithmetische Progression befolgen, kaum beobachtet werden kann, und deßwegen das Instrument so construirt, daß es die Intensitäten nach einer geometrischen Progression anzeigt;