Text-Bild-Ansicht Band 123

Bild:
<< vorherige Seite

aus demselben Grunde habe ich bei dem Dynaktinometer einen anderen in acht Segmente getheilten Kreis angebracht. Das erste Segment bleibt immer bedeckt, damit es sich auf der Daguerreotypplatte schwarz darstellt und die Null der Intensität anzeigt; das zweite wird dem Licht 1'', das dritte 2'', das vierte 7'', das fünfte 8'', das sechste 16'', das siebente 32'', das achte 64'' ausgesetzt. Diese Reihe, welche weiter fortgesetzt werden könnte, indem man den Kreis in eine größere Anzahl von Segmenten theilt, genügt völlig für alle Beobachtungen, wodurch man die Intensität des photogenischen Lichts praktisch zu messen und die Kraft von Objectivgläsern zu vergleichen beabsichtigt.

Das Instrument wird dadurch in Bewegung gesetzt, daß man mit der Hand einen Griff, welcher am hintern Ende der Achse befestigt ist, erfaßt und die Scheibe umdreht; wer gewohnt ist Secunden im Gedächtnisse zu zählen oder einem Secundenpendel zu folgen, kann den Versuch mit hinreichender Regelmäßigkeit ausführen; um jedoch das Instrument genauer und vollständiger zu machen, kann man es durch ein Uhrwerk nach Belieben in arithmetischer oder geometrischer Progression drehen lassen. Die letztere Bewegung verursachte einige Schwierigkeiten, doch gelang es mir sie zu erhalten ohne den Mechanismus sehr complicirt zu machen, und der Apparat wird jetzt schon häufig angewandt.

Bei dem Instrument, welches von Hand in Bewegung gesetzt wird, muß eine zweite Person auf ein gegebenes Zeichen das Objectivglas öffnen oder schließen. Wenn man aber vor dem Objectivglas eine Klappe anbringt, welche mit einer Schnur und Rolle verbunden ist, so kann der Experimentator, welcher die Schnur in der linken Hand hält, die Klappe in dem Augenblick öffnen, wo er mit der rechten Hand die Scheibe dreht, und den Apparat schließen, wenn die Drehung vollendet ist.

Wird das Instrument durch ein Uhrwerk in Bewegung gesetzt, so kann man das Objectivglas durch dasselbe Mittel öffnen und schließen, auf das Signal, welches eine beim Beginn und am Ende der Umdrehung ertönende Glocke gibt.

Wenn eine Daguerreotypplatte das Bild vom Dynaktinometer während seiner Umdrehung empfängt, so ist klar, daß jedes Segment einen Effect anzeigt, welcher der Lichtintensität und der Zeit während welcher es unbedeckt blieb, proportional ist; ferner daß die Anzahl der am ersten sichtbaren Segment markirten Secunden das Maaß der Lichtintensität im Augenblicke des Versuchs ist, indem der Effect jedes Segments in