Text-Bild-Ansicht Band 123

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Wirklichkeit der Intensitätsgrad ist, welcher während der entsprechenden Zeit erhalten werden kann.

Wenn man zwei Objectivgläser vergleichen will, so bringt man sie an zwei dunklen Kammern an, welche vor den Dynaktinometer gestellt wurden. Nachdem man den Focus der zwei Apparate eingestellt hat, versieht man jeden mit einer Daguerreotypplatte oder einem photogenischen Papier. Ist alles fertig, so öffnet man in dem Augenblick wo der Dynaktinometer seine Umdrehung beginnt, die Klappen und schließt dieselben wenn sie beendigt ist. Die Platten werden weggenommen und die Bilder zum Vorschein gebracht. Beim Vergleichen des auf jedem hervorgebrachten Resultats sieht man leicht, welches von beiden Objectivgläsern am raschesten und in welchem Verhältniß rascher es wirkte. Wenn z.B. die arithmetische Progression befolgt wurde, und auf einer der Platten oder Papiere die Zahl 4 des großen Kreises die zuerst sichtbare ist, so schließt man daraus, daß die Intensität des Lichts in jenem Momente vier Secunden lang thätig seyn mußte, um einen Effect in der Camera obscura hervorzubringen; und wenn auf der andern Platte oder dem andern Papier die ersten sieben Segmente schwarz geblieben sind und das achte Segment das erste ist, auf welches das Licht einwirkte, so folgert man daraus, daß das Objectivglas, welches den Effect auf der ersten Platte (oder dem ersten Papier) erzeugte, die doppelte photogenische Kraft des andern besitzt.

Wurde aber die geometrische Progression befolgt, so wird dasselbe Experiment das Bild des Segments Nr. 3 auf einer Platte dargestellt zeigen, und dasjenige des Segments Nr. 4 auf der andern, wovon jedes den ersten Intensitätsgrad hat, und wir haben hinsichtlich der Kraft jedes Objectivglases denselben Schluß zu ziehen.

Dieser Schluß würde indessen nur unter der Voraussetzung genau seyn, daß die zwei Platten in gleichem Grade empfindlich sind, denn wenn sie nicht ganz gleichmäßig präparirt worden wären, so könnten wir nicht das genaue Maaß der relativen Kraft der zwei Objectivgläser erhalten. Die Differenz könnte dann anstatt von einem Unterschied in der Kraft der Objectivgläser, bloß von der Ungleichheit der Empfindlichkeit der zwei Platten herrühren. Obgleich bei mehrmaligem Wiederholen des Versuchs das durchschnittliche Resultat als genügend zu betrachten seyn dürfte, so entging mir diese Schwierigkeit doch nicht, und ich suchte sie zu vermeiden. Da ich mittelst meines Photographometers (polytechn. Journal Bd. CXI S. 42) die Empfindlichkeit zweier Platten unter dem Einflusse derselben Lichtintensität und während derselben Zeitdauer vergleichen kann, so bediene ich mich dieses Instruments, um