Text-Bild-Ansicht Band 123

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vorerst die relative Empfindlichkeit der Platten, welche bei dem Versuche mit dem Dynaktinometer gebraucht werden, zu bestimmen. Auf diese Weise kann ich zum Voraus Plattenpaare prüfen und sie mit dem Empfindlichkeitsstempel versehen aufbewahren, bis ich ihrer bedarf, um die Kraft von zwei Linsen zu probiren. Der Lichteindruck des Photographometers wird auf der einen Hälfte der Platte hervorgebracht, indem man die andere Hälfte für das Bild des Dynaktinometers übrig läßt.

Nachdem ich in den zwei dunkeln Kammern operirt habe, wovon jede mit einer der Linsen versehen wurde, deren Kraft ich zu vergleichen wünschte, setze ich die zwei Platten, deren jede den Lichteindruck sowohl des Photographometers als des Dynaktinometers hat, dem Quecksilberdampfe aus, welcher die zwei Bilder auf jeder Platte entwickelt.

Die Anzahl von Flecken, welche der Photographometer gab, zeigt die Empfindlichkeit der Platte an, und indem ich die zwei Bilder welche der Dynaktinometer gab, mit Rücksicht auf die Differenz der Empfindlichkeit jeder Platte, wenn eine solche besteht, vergleiche, vermag ich sogleich die relative Kraft der zwei Linsen zu bestimmen. Während einer großen Anzahl von Versuchen bemerkte ich, daß die Kraft der zwei Linsen nicht immer in demselben Verhältnisse bleibt. Es scheint, daß manche Lichtart eine Linse mehr als die andere afficirt; so daß zwei verschiedene Objectivgläser, zu verschiedenen Zeiten verglichen, nicht immer dasselbe Verhältniß in ihrer Kraft anzeigen.

Eine ähnliche und eben so auffallende Anomalie beobachtet man, wenn man die Kraft verschiedener Theile derselben Linse bei gleicher Oeffnung vergleicht. In der Regel hat irgend eine Zone am Rande einer Linse bei gegebener Oeffnung eine größere photogenische Kraft, als bei derselben Oeffnung eine Zone am Mittelpunkte oder in der Nähe desselben; die Kräfte dieser zwei verschiedenen Theile stehen nicht immer in demselben Verhältniß zu einander, obgleich jeder Theil ein Gesichtsbild von derselben Intensität geben wird.

Ehe ich diese Thatsache ermittelt hatte, beobachtete ich, daß die Anwendung von Diaphragmen, welche die Oeffnung auf 1/2 1/4 oder 1/8 reduciren, nicht immer die photogenische Kraft in demselben Verhältniß vermindere. Bisweilen, wenn ich mit der ganzen Oeffnung der Linse ein Bild in zehn Secunden zu erhalten vermochte, hatte ich, wenn ich ein Diaphragma anwandte welches die Oeffnung genau auf die Hälfte reducirte, in zwanzig Secunden noch keinen Effect.