Text-Bild-Ansicht Band 123

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wenig einladende grünlichgraue und wässerige Farbe besitzt, während der vom Rindfleische gewonnene die schöne gelbbraune Farbe des Weißbrods zeigt, wie denn auch die gewöhnliche Bouillon von Hammelfleisch eine viel blassere Farbe zeigt als die von Rindfleisch, was sich bei einem weiter angestellten Versuche mit der Verwendung von ganz gesundem guten Hammelfleische zu diesem Zwieback bestätigte.

Man beabsichtigte das zurückgebliebene Hammelfleisch, welches Tags darauf nicht gleich nochmals gekocht werden konnte, am zweiten Tage weiter zu verwenden, es war jedoch bereits so übelriechend geworden, daß man es nicht mehr benutzen konnte. Da selbst das frische Fleisch durch seine wässerige Beschaffenheit und durch einen unangenehmen Geruch kein günstiges Resultat erwarten ließ, so wird eine Benutzung des Fleisches der erkrankten Thiere nicht zu empfehlen seyn. Ueberhaupt ergibt der vorgenommene Versuch in ökonomischer Rücksicht unter unsern Verhältnissen kein ganz günstiges Resultat, denn wenn auch im Großen aus 12 Pfd. Fleisch und 8 Pfd. Mehl etwas mehr als 8 Pfd. Zwieback gewonnen werden könnten, so sind die Ausgaben für diese Materialien, namentlich der zum Abdampfen der Fleischbrühen erforderliche Aufwand an Brennmaterial und Arbeit doch zu hoch, um einen Nutzen zu versprechen.

Der Aufwand für obige 8 Pfd. Fleischzwieback berechnete sich hier auf circa 3 fl. oder 22 1/2 kr. per Pfund, wobei

für 12 Pfd. Fleisch, nach Abzug des gewonnenen
Fetts noch 11 Pfd., à 7 kr.
1 fl. 17 kr.
8 Pfd. Mehl à 6 kr. 48
Salz und Kräuter 2
Brennmaterial 20
Arbeitslohn und Backen 24
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zusammen 2 fl. 51 kr.

zu verrechnen sind.

Nach einem weitern Versuche liefern 4 Loth dieses Zwiebacks einen Schoppen ziemlich consistenter Suppe, wonach der Schoppen auf 2–3 kr. kommen würde; da aber zur Sättigung eines Arbeiters mindestens zwei Schoppen nöthig seyn werden, so ist die Portion auf 5–6 kr. zu berechnen. Wenn nun auch der Preis durch die Anfertigung im Großen, durch billigeres Fleisch, Mehl und Benutzung der Abfälle auf 4–5 kr. zu vermindern wäre, so wird doch eine Haushaltung ihre billigste Mahlzeit für einen noch geringeren Preis herstellen können.