Text-Bild-Ansicht Band 118

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und Speier doppelt erscheint. Die ganze Länge der Drahtleitung beträgt ungefähr 32 Wegstunden.

Der Draht wird von 5 Meter hohen Pfählen getragen, welche 30 Meter von einander entfernt stehen. An den Stellen, wo der Draht in den Pfählen ruht, ist derselbe auf einfache Weise aber vollkommen isolirt, und eine Bedachung von Zinkblech schützt gegen Regenwetter. Die bekannte Isolirung mit Glocken von Steingut ist ebenfalls sehr zweckdienlich, nur müssen dieselben, damit die Blitzableiter angebracht werden können, anders geformt seyn wie die gewöhnlichen. In den zwölf Tunnels, wovon einer beiläufig eine halbe Stunde lang ist, schützt Gutta-percha-Umhüllung auf der ganzen Länge des Drahts gegen Nässe.

Die neuere Art, welche in Preußen in letzterer Zeit hauptsächlich in Aufnahme gekommen ist, die Drahtleitung in Gutta-percha-Umhüllung ganz unter die Erde zu legen, wurde hier aus dem Grunde nicht in Anwendung gebracht, weil dieß nicht allein viel kostspieliger ist, sondern auch die längere Erfahrung über die Zeit, welche Gutta-percha oder dessen Zusammensetzungen mit andern Stoffen der Fäulniß widerstehen, noch fehlt.

Sollten sich die unter der Erde geführten Leitungen im Verlauf der Zeit bewähren, so kann dann der auf dieser Bahn angewandte Kupferdraht nach Belieben zu jeder Zeit streckenweise mit Gutta-percha überzogen und unter die Erde gelegt werden. Dieß ist bei neuanzulegenden Linien wohl zu erwägen, da bei der Anwendung von verzinktem Eisendraht, wie z.B. zwischen Mannheim und Heidelberg, der weder die Vortheile der Oekonomie noch der größeren Dauerhaftigkeit für sich haben dürfte, dieser Gutta-percha-Ueberzug späterhin entweder gar nicht oder doch nur mit viel größern Kosten zu bewerkstelligen wäre.

Die Telegraphenleitung ist mit einer bedeutenden Anzahl Blitzableiter von besonderer Einrichtung, sowie auch mit Doppelplatten an den Stationen versehen, welche nicht nur gegen den Blitz Schutz gewähren, sondern auch jene Einwirkungen der atmosphärischen Elektricität, welche die Apparate in Bewegung setzen, wie die Erfahrung bisher gezeigt hat, in den meisten Fällen wenigstens, verhindern.

In dieser Linie sind bis jetzt eilf Telegraphen-Stationen eingeschaltet, wovon jede augenblicklich mit irgend einer der andern Stationen correspondiren kann. An jeder dieser Stationen ist eine Vorrichtung getroffen, um bei Unterbrechung der Linie augenblicklich finden zu können, nach welcher Richtung die Unterbrechung stattgefunden hat, und zugleich ohne weiteren Zeitverlust mit den anderen Stationen nach der entgegengesetzten Richtung telegraphiren zu können.

Die Mittheilung für den Eisenbahndienst geschieht vermittelst kleiner tragbarer Apparate mit Signalglocken. Auf einer Scheibe sind die Namen der Stationen, die Buchstaben des Alphabets und römische und griechische Ziffern im Kreise gezeichnet; ein in der Mitte schnell umlaufender Zeiger deutet, nach dem Willen des Telegraphirenden, die Buchstaben an, welche die Worte und Sätze bilden. (Sogenannte Rotationsapparate.)

Z.B. Will eine Station mit einer der andern telegraphiren, so rückt der Beamte seinen Zeiger auf den Buchstaben A (bedeutet Achtung). In demselben Moment beginnen sämmtliche Signalglocken auf der ganzen Länge der Bahn zu schlagen und deuten auf diese Art jeder der eilf Stationen an, daß eine Nachricht telegraphirt werden soll.

Der Telegraphirende deutet hierauf seine Station und jene, mit welcher er correspondiren will an, und erhält nun die Antwort jener Station, welche ihm durch Andeutung seiner Station anzeigt, daß er bereit ist die Nachricht zu erhalten, worauf die Correspondenz zwischen diesen beiden Stationen beginnt. Die Beendigung einer Nachricht wird durch einen doppelten Punkt angezeigt, und hierauf können nun wieder zwei andere beliebige Stationen mit einander in Correspondenz treten.

Auf diese Art erfahrt jede Station zu gleicher Zeit, was in Betreff des Bahndienstes auf der Bahn vorgeht, indem an den sämmtlichen Telegraphen-Stationen die Nachrichten gleichzeitig abgelesen werden können.

Außerdem führt jeder Wagenzug einen kleinen Apparat bei sich, mit welchem von jeder Stelle der Bahn, wo ein Aufenthalt des Zugs stattfinden sollte, nach irgend einer beliebigen Station telegraphirt und Antwort in den Eisenbahnwagen selbst zurück erhalten wird. Dieß ist besonders im Winter nöthig, um den Aufenthalt,