Text-Bild-Ansicht Band 118

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1) Beseitigung der Ursachen, welche die Erhitzung des Getreides veranlassen können, ohne daß ein anderer Verlust eintritt, als die Entziehung der hygroskopischen Feuchtigkeit nothwendig erheischt;

2) Verwerfung jedes Verfahrens, welches dem Korn einen, schlechten Geschmack ertheilen und der Gesundheit der es behandelnden Arbeiter nachtheilig seyn kann;

3) Vertilgung der im Getreide befindlichen Insecten oder Larven und Verhinderung ihrer Fortpflanzung;

4) endlich Erhaltung der Keimkraft des Getreides.

Man hat gegen den Kornwurm vor einiger Zeit die Anwendung des Kohlenoxydgases vorgeschlagen. Allerdings kann der Kornwurm nicht in dieses Gas gebracht werden, ohne daß sein Tod auf der Stelle erfolgt; andererseits ist aber einleuchtend:

a) daß ein bloß momentanes Eintauchen gar keine Gewähr für die gänzliche Vertilgung des Kornwurms leistet;

b) daß das so von Insecten befreite Getreide in einem Zustand auf den Speicher kommt, der es für eine wiederholte Verheerung durch den in die Bretter und Mauern des Hauses verschlüpften Kornwurm ganz geeignet macht;

c) daß die Bereitung des Kohlenoxydgases aus doppeltklee-saurem Kali und Schwefelsäure, wie sie vorgeschlagen wurde, kostspielig und für den Landwirth zu umständlich ist;

d) daß endlich das Getreide sich stets, nach wie vor dieser Behandlung, in einem so hygroskopischen Zustand befindet, daß es sich in der Folge wieder erhitzen kann, welcher Zustand doch nothwendig vermieden werden muß.

Aus diesen Gründen halte ich dieses Verfahren für ungenügend und schlage die unten beschriebene, auf zahlreiche Versuche gegründete Methode vor.

Der Feuchtigkeitsgehalt des Getreides ist, es kann nicht oft genug wiederholt werden, ein für seine Aufbewahrung höchst wichtiger Umstand.

Im mittäglichen Frankreich z.B. wiegt der Hektoliter Getreide 80 bis 84 Kilogr., im nördlichen 71 bis 78 Kilogr., manchmal ausnahmsweise 80 Kilogr. Durch das Trocknen steigt das 72 Kilogr. wiegende Getreide auf 78; auf Speichern aufbewahrt, nimmt es aber wieder an Gewicht ab und erlangt allmählich wieder die oben aufgezählten Eigenschaften welche sein Verderben veranlassen. Bei einer Dichtigkeit von 78 Kil. in Silos gebracht, würde es sich folglich conserviren, nachdem durch die zum Trocknen angewandte Temperatur von 40 bis 48° R. die Larven schon einigermaaßen zerstört wurden.