Text-Bild-Ansicht Band 118

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aussetzt und einen Strom Wasserdampf darüber leitet, wobei man beständig umrührt, damit stets neue Portionen des Gemenges mit dem Wasserdampf in Berührung kommen; dabei entweichen Dämpfe von Salpetersäure und salpetriger Säure, welche man in Wasser verdichtet. Um aus dem Rückstand das Zinnoxyd-Natron zu gewinnen, weicht man ihn in Wasser auf, filtrirt oder decantirt, und dampft die klare Flüssigkeit ein.

3. Bei letzterem Verfahren kann man den Natronsalpeter auch durch Kolzsalz ersetzen, wovon man dem Schwarzzinn sein gleiches Gewicht zusetzt, indem man übrigens in jeder Hinsicht wie vorher verfährt. Man erhält so Zinnoxyd-Natron und als Nebenproduct Salzsäure.

4. Nach folgendem Verfahren erhält man Zinnoxydul-Natron, welches man dann in Zinnoxyd-Natron verwandeln kann.

Man setzt metallisches Zinn mit seinem gleichen Gewicht festem Natronhydrat der Rothglühhitze aus. (Um das feste Natronhydrat zu erhalten, kocht man 175 Kilogr. caustischer Natronlauge, welche 22 Proc. Natron enthält, auf beiläufig 50 Kilogr. ein.) Die geschmolzene Masse muß bei diesem Verfahren stark umgerührt werden; das Hydratwasser des Natrons wird zersetzt, ein Theil seines Sauerstoffs geht an das Zinn und verwandelt es in Oxydul, welches sich mit dem Natron verbindet. Man erhält so Zinnoxydul-Natron, welches für gewisse Zwecke in den Färbereien und Druckereien anwendbar ist.

Um dieses Zinnoxydul-Natron in Zinnoxyd-Natron zu verwandeln, läßt man es in Wasser kochen, wobei ein Theil des Zinns in metallischem Zustand als schwarzes Pulver abgeschieden wird, während in der Flüssigkeit Zinnoxyd-Natron aufgelöst bleibt.

5. Um beim Schmelzen unmittelbar Zinnoxyd-Natron zu erhalten, setzt man ein Gemenge von 20 Gewichtstheilen metallischem Zinn, 16 Theilen festem Natronhydrat und 3 Theilen Braunstein der Rothglühhitze in einem offenen Topf aus, indem man beständig umrührt und der Luft freien Zutritt gestattet.

Eine so geringe Menge Braunstein wäre an und für sich ganz unzureichend um alles Zinn in Oxyd überzuführen; aber der Braunstein absorbirt in der Hitze Sauerstoff aus der Atmosphäre und verwandelt sich in mangansaures Natron; dieses Salz wird durch das Zinn zersetzt, dabei Zinnoxyd gebildet, während das abgeschiedene Manganoxyd neuerdings Sauerstoff aus der Atmosphäre anzieht, und sich also wieder in mangansaures Natron verwandelt, welches eine andere