Text-Bild-Ansicht Band 118

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b) werden nicht entfärbt: die übrigen.

Bei Zusatz von etwas Kalilauge zu einer neuen Probe

1) wird entfärbt: Pariser- (Berliner-) Blau;

2) werden nicht entfärbt: Kobaltultramarin und Smalte, von denen auf Glas gerieben

aa) kratzt: Smalte;

bb) nicht kratzt: Kobaltultramarin.

Zur Erleichterung der Prüfung mögen folgende Notizen dienen:

a) Zur Zeugfärbung werden in der Regel folgende blaue Farben verwendet:

1) Berlinerblau oder vielmehr Blutlaugensalz und Eisenvitriol (zu Raymond-, Kali-, Chemischblau);

2) Indigo und zwar a) reducirter Indigo oder Indigküpe (Küpenblau); b) schwefelsaure Indigolösung (zu Sächsisch Compositionsblau);

3) Blauholz zu Holzblau.

Die Farben blauer Zeuge sind leicht zu unterscheiden; denn durch Betupfen mit Salzsäure wird roth: Blauholz; unverändert: die beiden andern. Von diesen wird durch Kalilauge gelb: Berlinerblau; unverändert bleibt: Indigo.

b) Zu Papieren werden alle Farben, ohne Ausnahme, verwendet; am häufigsten Smalte, Bergblau, Berlinerblau, Ultramarin und vegetabilische Farbstoffe (Blauholz, Ligusterbeeren);

c) Holz und Elfenbein färbt man durch Indigtinctur.

d) Für Conditorwaaren werden angewendet (ist anzuwenden erlaubt): Ultramarin, Berlinerblau, blauer Carmin, Neublau, Lackmus und sonstige vegetabilische Farbstoffe, – nicht aber (sind erlaubt): Kobaltultramarin, Smalte und Bergblau.

e) Für Liqueure dienen: Indigtinctur (s. oben), Lackmus, Blauholz, Ligusterbeeren unter Zusatz von etwas Potasche oder Soda.

f) Schmelzfarben geben Kobaltoxydul und seine Verbindungen ab.

II. Gelbe Malerfarben.

1) Chromgelb, durch Fällung einer Lösung von Bleizucker (essigsaurem Bleioxyd) mit chromsaurem Kali und Auswaschen des Niederschlags zu erhalten. Zusatz von freiem Alkali läßt die reingelbe Farbe derselben mehr oder weniger in Orange (Chromorange) übergehen. – Der gelbe Niederschlag ist neutrales chromsaures Bleioxyd, der orangenfarbene ein Gemenge dieses Salzes mit rothem basischchromsaurem