Text-Bild-Ansicht Band 118

Bild:
<< vorherige Seite

Bleioxyd. Beide sind sehr intensive und schöne, haltbare Oel- und Wasserfarben, sie wirken giftig. Im Handel kommen unter den verschiedenartigsten Namen (Pariser-, Leipziger-, Kaiser-, Königs-, Neu- etc. Gelb) an 30 Farbennummern vor, welche alle die erwähnten Niederschläge als färbendes Princip enthalten; die geringsten Sorten enthalten kaum 10 Proc. chromsaures Bleioxyd, besitzen aber trotzdem noch eine schöne gelbe Farbe.

2) Kasselergelb, durch Zusammenschmelzen von 10 Theilen Bleioxyd (Massiko, Mennige oder auch Bleiweiß) mit 1 Theil Salmiak (Chlorammonium) zu erhalten. Schön gelbe, blättrige, strahlige, krystallinische Masse – ihrer Natur nach eine Verbindung von viel Chlorblei mit wenig Bleioxyd; gemahlen ein schönes, gold- bis schwefelgelbes Pulver darstellend. Dauerhafte Oel-, Wasser- und Kalkfarbe; giftig.

3) Neapelgelb, nach verschiedenen Methoden darstellbar, z.B. durch Nothglühen eines Gemenges von 2 Theilen gepulverten abgängigen Buchdruckerlettern (Legirung von 83 Th. Blei und 17 Th. Antimon), 3 Th. Salpeter und 6 Th. Kochsalz, Aufweichen der geschmolzenen Masse und Auswaschung des sich setzenden Niederschlags; oder schöner durch zweistündiges Nothglühen eines Gemenges von 1 Theil Brechweinstein, 2 Theilen salpetersaurem Bleioxyd und 4 Theilen Kochsalz, und Behandeln mit Wasser, wie erwähnt. – Pomeranzengelbes Pulver, seiner Natur nach antimonsaures Bleioxyd; sehr haltbare (jetzt selten angewendete) Oelfarbe; giftig.

4) Auripigment (Rauschgelb, Operment). Man unterscheidet a) natürliches: dasselbe stellt, ungemahlen, krystallinische Stücke von strahliger Textur – gemahlen, ein schön citron- bis röthlichgelbes Pulver dar, und ist Schwefelarsen (die der arsenigen Säure entsprechende Schwefelverbindung); b) künstliches: im Großen dargestellt durch Sublimation von weißem Arsenik (arseniger Säure) mit wenig Schwefel; ein Gemisch von weißem Arsenik und Schwefelarsen, heller von Farbe als das natürliche. – Beide sind Oel-, Wasser- und Kalkfarben, sehr giftig (das künstliche noch ungleich giftiger als das natürliche), daher im Gebrauch zu beschränken; mit Metallfarben (Bleiweiß u.s.w.), sich unter Bildung schwarzer Schwefelmetalle zersetzend, daher mit denselben nicht mischbar.

5) Utramaringelb: durch Fällung von Chlorbaryumlösung mit chromsaurem Kali und Auswaschen des Niederschlags zu erhalten; hellgelbes Pulver, seiner Natur nach chromsaurer Baryt. Oel-, Wasser- und Kalkfarbe, schwach giftig, selten im Gebrauch.