Text-Bild-Ansicht Band 118

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6) Schüttgelb: eine gelbe Lackfarbe, die mit Thonerde verbundenen Farbestoffe des Färberginsters, des Färberkreuzdorns, Waus etc. darstellend. Man bereitet es (z.B. aus dem Färberginster), indem man die Pflanze mit Kalkwasser kocht, den Absud mit Alaun und Kreide versetzt und aus der fast zur Trockne verdampften Masse kleine Kegel oder Kugeln formt. Erdige Farbe, fast nur in der Stubenmalerei Anwendung findend, nicht giftig.

7) Gelber Ocker (gelbe terra da Siena), ein Naturproduct (durch Eisenoxydhydrat gelb gefärbter Thon), von mehr oder weniger bräunlich- oder röthlich-gelber Farbe, roh oder geschlämmt in den Handel kommend, zuweilen nach vorhergegangenem gelindem Glühen, wodurch die Farbe erhöht wird. – Oel-, Wasser- und Kalkfarbe, haltbar, billig, nicht giftig.

8) Gummigutt: es tröpfelt aus den abgebrochenen Blättern und dünnen Zweigen des Siamesischen Guttibaumes in Form eines milchartigen Saftes; derselbe wird auf Blättern oder in Kokosnußschalen aufgefangen, an der Sonne getrocknet und in Form braungelber Kuchen oder Stangen in den Handel gebracht. Es ist ein Gummiharz und findet als Wasserfarbe Anwendung, wirkt schwach giftig.

Außer den genannten Farben findet in der feinen Oelmalerei auch noch das Cadmiumgelb (Schwefelcadmium) Anwendung. Früher war auch Jodblei, Mineralturpeth etc. in Gebrauch.

Unterscheidung der gelben Malerfarben.

Erforderliche Reagentien: Kalilauge, Salzsäure, Salpetersäure, Schwefelsäure, Blutlaugensalz.

Man bringt die feingeriebene Probe mit Kalilauge kalt zusammen.

Dadurch

1) werden verändert und zwar:

a) gelöst: Auripigment (die Lösung, in welcher häufig fremde unlösliche Schwefelmetalle herumschwimmen, gibt mit Salzsäure einen gelben Niederschlag);

b) orange gefärbt (gleich oder nach kurzer Zeit): Chromgelb (bei Zusatz von Schwefelammonium zu der Probe, bildet sich schwarzes Schwefelblei; mit Salzsäure erhitzt liefert das Chromgelb einen weißen Niederschlag von Chlorblei und eine durch Chromchlorür grün gefärbte Lösung);