Text-Bild-Ansicht Band 118

Bild:
<< vorherige Seite

erwärmt oder schüttelt man auf nassem Wege, meist durch Zusammenbringen von Quecksilber oder Quecksilbersalzen mit alkalischen Schwefelmetallen, bereitetes Schwefelquecksilber, mit der wässerigen Lösung höher geschwefelter alkalischer Schwefelmetalle. – Der Zinnober ist krystallisirtes Schwefelquecksilber, und zwar die dem Quecksilberoxyde entsprechende Schwefelverbindung. Der sublimirte ist in ganzen Stücken braunroth, und nimmt erst beim Zerreiben (was gewöhnlich unter Zusatz von Wasser geschieht) hochrothe Farbe an; der auf nassem Wege bereitete ist an und für sich feinpulverig und schön roth; der Zinnober kommt immer unvermischt in den Handel. Sehr haltbare und unveränderliche Oel- und Wasserfarbe; kaum giftig.

2) Mennige, rothes Bleihyperoxyd, durch andauerndes schwaches Glühen von Bleioxyd (Massicot oder Bleiglätte) an der Luft zu erhalten, lebhaft rothes Pulver mit einem Stich ins Gelbe. Oel-, Wasser- und Kalkfarbe, häufig in Anwendung; giftig.

3) Chromroth (Chromzinnober), basisch chromsaures Bleioxyd, durch Kochen des neutralen Salzes mit verdünnter Kalilauge – durch Eintragen desselben in schmelzenden Salpeter und Auswaschen der geschmolzenen Masse etc. zu erhalten. Gelbrothes, bis zum Zinnober rothes Pulver; Oel-, Wasser- und Kalkfarbe; giftig.

4) Englischroth, Caput mortuum, Blutstein, rothe Terra di Siena, Eisenoxyd, natürliches oder künstlich dargestelltes (z.B. durch Glühen des gerösteten Eisenvitriols), in mehr oder weniger reinem Zustande. Oel-, Wasser- und Kalkfarbe, ins Braune spielend; haltbar, nicht giftig.

5) Rothe Lackfarben, in den verschiedensten Nüancen aus den Abkochungen vegetabilischer oder animalischer Farbstoffe – meist durch Bindung derselben an Thonerde – dargestellt. Die feineren, als: rother Carmin, Krapplack, Münchnerlack etc., werden aus Cochenille oder Krapp, die geringeren aus rothen Farbhölzern und Stocklack bereitet, z.B. Kugellack, Waschroth, Lac-Dye etc. – Oel-, Wasser- und Kalkfarben von verschiedener Haltbarkeit; nicht giftig.

Unterscheidung der rothen Malerfarben.

Zur Unterscheidung der rothen Malerfarben sind erforderlich: Salzsäure, Salpetersäure und Chlorwasser, oder statt des letztern Chlorkalk.