Text-Bild-Ansicht Band 118

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aa) unter starkem Aufbrausen: Kreide;

bb) ohne oder mit ganz schwachem Aufbrausen: Zinkweiß, Gyps und Knochenasche. Bringt in der verdünnten Lösung Chlorbaryum einen beträchtlichen weißen Niederschlag hervor, so ist die Farbe Gyps (schwefelsaurer Kalk.)

Bleibt die Lösung bei Zusatz von überflüssigem Salmiakgeist klar, so ist sie Zinkweiß, entsteht ein bleibender Niederschlag: Knochenasche.

b) Nicht gelöst: Schwerspath und Bolus.

Von diesen ist ausgezeichnet:

aa) durch großes specifisches Gewicht: Schwerspath;

bb) durch Knetbarkeit mit Wasser: weißer Thon.

Bei der Prüfung können folgende Notizen von Nutzen seyn:

Papiere (Glacépapiere) werden meistens mit Bleiweiß, zuweilen auch nur mit Schwerspath gefärbt.

Zu Conditorwaaren sollten nur Kreide, Thon, Talk, Stärkemehl und Knochenasche verwendet werden, Gyps und Schwerspath sind minder anzurathen. Die Metallfarben aber dürfen schlechterdings nicht gebraucht werden.

Zum Weißfärben des Glases dient Knochenasche oder Zinkweiß.

VII. Metallfarben.

1) Aechte Bronzen. Aus ächtem Blattgold und Blattsilber, durch Abreiben mit Honig und Syrup, und Auswaschen zu erhalten. – Zarte gold- oder silberfarbene, glänzende, feine Pulver.

2) Unächte Bronzen. Aus geschlagenen gold- oder silberfarbenen Metalllegirungen, wie die ächten bereitet. Die Gold- und Kupferbronzen bestehen meist aus Kupfer und Zink, die Silberbronzen in der Regel aus Zink und Zinn, selten aus Wismuth, Zinn und Quecksilber.

3) Musivgold, Zinnsulfid. Besonders schön durch mäßiges Erhitzen von 12 Th. Zinn, 6 Theilen Quecksilber, 7 Th. Schwefel und 6 Th. Salmiak in Retorten oder Tiegeln, theils im Rückstand, theils als Sublimat zu erhalten. Goldfarbene, fettig anzufühlende, feine Flitterchen, im Aussehen der Goldbronze sehr ähnlich, derselben aber an Haltbarkeit weit nachstehend.

Unterscheidung der Metallfarben.

Man erwärmt eine Probe mit mäßig verdünnter Salpetersäure. Dadurch