Text-Bild-Ansicht Band 118

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sie nur deßhalb, weil der beschriebene Versuch sich sehr gut eignet, um in Vorlesungen die Gregory'sche Vorschrift zur Darstellung der Salzsäure (polytechn. Journal Bd. LXXXIII S. 360) zu rechtfertigen. Er zeigt direct, daß aus freier Salzsäure und Glaubersalz doppelt-schwefelsaures Natron und Kochsalz gebildet wird. Eben diese Bildung doppelt-schwefelsauren Natrons veranlaßt aber die Anwendung eines doppelten Mischungsgewichts an Schwefelsäure auf ein Mischungsgewicht Kochsalz. (Annalen der Chemie und Pharmacie, August 1850, S. 241.)

Neues Verfahren die Butter zu bereiten.

Aus Amerika kam nach Frankreich ein neues Verfahren die Butter zu bereiten, welches für die Landleute sehr vortheilhaft ist.

Nachdem der auf der Milch angesammelte Rahm abgeschöpft ist, muß man ihn in einen Sack von Leinwand bringen, die weder zu fein noch zu dick ist, den Sack zubinden und ihn in ein Loch im Erdboden (im Freien) stecken, das Loch zudecken und den Rahm fünfundzwanzig Stunden darin lassen. Nach Verlauf dieser Zeit nimmt man den Rahm heraus, welcher alsdann sehr hart ist; man zerdrückt ihn mit einem Stößel, damit die Butter herausdringt und gießt hernach ein halbes Glas Wasser hinzu. Die Butter trennt sich sogleich von den Molken. Dieß ist in zwei Minuten geschehen.

Wenn man eine große Menge Rahm hat, muß man ihn länger als fünfundzwanzig Stunden im Erdboden lassen. Im Winter, wenn die Erde gefroren ist, kann man die Operation in einem Keller mit Sand vornehmen.

Dieses Verfahren, wodurch das Butterfaß entbehrlich wird, hat niemals fehlgeschlagen. In der Normandie und im Berry wird die Butter nicht mehr anders bereitet; denn man vermeidet nicht nur Zeitverlust, sondern der Rahm gibt auch mehr Butter und dieselbe ist vortrefflich.

Bisweilen schließt man den Sack in einen andern Sack ein, um zu vermeiden daß Erde mit der Butter in Berührung kommt und sie beschmutzt. J. Bidaut, (Moniteur industriel, 5850 Nr. 1504.)

Mittel um Pflanzen auf Papier aufzukleben.

Um Seegräser, Farnkräuter etc. auf Papier aufzukleben, lege ich das Pflanzenexemplar auf das Papier und fahre mit einem in Collodion getauchten Kameelhaarpinsel über den Stengel, wodurch eine farblose Befestigung erzielt wird; vor dem arabischen Gummi, welches bisher benutzt wurde, hat das Collodion den Vorzug, daß es durch Feuchtigkeit nicht afficirt wird und fast augenblicklich trocknet. Wenn man eine zu große Menge Collodion anwendet, runzelt sich das Papier. O. Crawford. (Mechanics' Magazine, 1850 Nr. 1407.)