Text-Bild-Ansicht Band 116

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etwas zerfließlich und in Wasser sehr löslich; bei einer Temperatur unter 12° R. erfordern sie wenigstens ihr 20faches Gewicht Salpetersäure von 1,37 specifischem Gewicht zum Auflösen.

Bei etwa 38° R. zergeht dieses Salz zu einer klaren tief rothen Flüssigkeit, welche bei einem Versuche nach der Abkühlung auf 22 1/2° R. noch flüssig blieb, worauf die beim Erstarren frei gewordene Wärme das Thermometer schnell auf 37 1/2° R. steigen machte.

Als ich zwei Unzen der zerriebenen Krystalle mit 1 Unze gepulverten Ammoniak-Bicarbonats vermengte, fiel das hineingesenkte Thermometer von + 11 1/2° auf – 16 4/5° R.

Eine kleine Menge des zergangenen salpetersauren Salzes, einige Stunden mittelst eines Wasserbads heiß erhalten, lieferte ein vollkommen trockenes, dunkelbraunes, zerfließendes Pulver, welches etwas Wasser und die Hälfte der ursprünglichen Säuremenge enthielt. Mehr Säure kann durch eine mäßige Hitze ausgetrieben werden, ihre letzten Antheile erfordern aber zur Verjagung eine der Rothglühhitze nahe kommende Temperatur.

Die Analyse der Krystalle ergab Zahlen, welche ihrer Zusammensetzung aus 3 Atomen Salpetersäure, 1 Atom Eisenoxyd und 18 Atomen Wasser nahe kommen.

Basische salpetersaure Eisenoxydsalze.

In den Baumwollfärbereien wendet man ein salpetersaures Eisen an, welches man bereitet, indem man dem Scheidewasser so lange eiserne Drehspäne zusetzt, bis die Auflösung eine sehr dunkle rothe Farbe annimmt. Ich fand bei der Analyse einer solchen Eisenauflösung fünf Atome Salpetersäure auf zwei Atome (rothes) Eisenoxyd. Als ich sie mit metallischem Eisen in Berührung brachte, blieb sie klar, bis sie fast genug Eisen aufgenommen hatte um ein anderthalb-basisches salpetersaures Salz (2 Atome Salpetersäure auf 1 Atom Eisenoxyd) zu bilden, worauf ein rostiger Niederschlag zu entstehen anfing.

Ein vollkommen anderthalb-basisches Salz erhielt ich, als ich Krystalle des neutralen Salzes der erforderlichen Menge frisch gefällten Eisenoxyds zusetzte. Zu meinem Erstaunen konnte ich auf diesem Wege auflösliche basische Salze hervorbringen, welche auf 3 Atome Salpetersäure, 2, 3, 6, 8, 12, 15, 18 bis 24 Atome Eisenoxyd enthielten; die letzte Verbindung gestattete noch den Zusatz einer kleinen