Text-Bild-Ansicht Band 115

Bild:
<< vorherige Seite

Zerreißen unterworfen und wird an seinem innern Gehalte benachtheiligt. Oefters kommt es vor, daß z.B. eine Messingfeder, sey sie gerade oder in Spiralform, an irgend einem Stück mittelst Zinn muß angelöthet werden; aber gerade die zum Schmelzen des Zinns erforderliche Wärme bewirkt, daß die Feder viel von ihrer constanten Elasticität verliert.

Die Versuche haben gezeigt, daß z.B. zwei Metallstreifen, wovon der eine ohne Abkühlung warm geschmiedet und ausgestreckt worden, mehr Senkung für ein gleiches Gewicht zeigte, als der andere kalt abgeschmiedete Streifen, der nur die Temperatur des Zimmers, etwa 12° R., annehmen konnte. Nach sehr starker Belastung kam der erstere nicht mehr ganz auf 0 zurück, hingegegen der kalt geschmiedete – ein Beweis, daß die Behandlung des letztern vorzüglicher gewesen. Bei ganz dünnen Messingstreifen tritt diese Erscheinung noch auffallender hervor; wogegen bei starken Federn von großen Dimensionen die Verschiedenheit geringer ist.

XII. Ueber die Gewinnung des Goldes aus den Kupferkiesen; von den HHrn. Allain und Bartenbach.

Aus dem Moniteur industriel, 1849, Nr. 1400.

Wir theilen im Folgenden die Resultate unserer Versuche mit, welche wir in der Absicht anstellten, die Methode festzusetzen, welche man einschlagen muß, um das in den Kupferkiesen von Chessy und Sain-Bel (Rhone-Departement) enthaltene Gold im Großen abzuscheiden.11) Unsere letzten Untersuchungen ergaben, daß man aus diesen Kupferkiesen durchschnittlich zwei Zehntausendstel Gold gewinnen kann; da nun die Dichtigkeit dieser Erze = 4 ist, so repräsentirt 1 Kubikmeter 800 Gramme Gold. Die leicht und schnell ausführbaren Operationen hiezu zerfallen in zwei Reihen: Rösten und Angreifen der Erze.

Ueber das Rösten. – Durch bloßes Rösten an der Luft kann man den Erzen allen Schwefel entziehen; es verstreicht aber auch eine

11)

Man vergleiche über die Zusammensetzung dieser Erze die frühere Notiz der Verfasser im polytechn. Journal Bd. CXIII. S. 293.