Text-Bild-Ansicht Band 115

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daß drei Körbe eine Retorte füllen. Es sollte eine doppelte Reihe von Körben vorhanden seyn, so daß, wenn die Retorten an dem einen Ende entleert werden, andere Körbe zum Füllen an dem andern Ende in Bereitschaft sind. Wenn die Torfkörbe in die Retorten gebracht sind, so schließt man die Thüren hermetisch und steigert die Temperatur bis zur Kirschrothhitze. Diese Hitze wird so lange unterhalten, bis sich aus dem Torf kein Gas mehr oder wenigstens nur sehr langsam entwickelt. Um sich darüber Gewißheit zu verschaffen, schließt der Aufseher den Hahn an der mit der zuerst gefüllten Retorte in Verbindung stehenden Röhre und öffnet den Gashahn. An den letzteren hält er ein Licht; wenn dieses sehr schwach brennt, so ist es ein Zeichen daß die Verkohlung beendigt ist. Er öffnet dann die Retorten, nimmt die Kohlen heraus und bringt sie in luftdichte Gehäuse, worin er sie abkühlen läßt. Diese Gehäuse oder Behälter müssen mit einem Zweiwegventil versehen seyn, damit die heiße Luft entweichen und nach Abkühlung des Torfs die Luft einströmen kann, um den luftleeren Raum auszufüllen.

Soll die Kohle ohne Flamme brennen, dann muß der Proceß so lange fortgesetzt werden, bis sich fast gar kein brennbares Gas mehr entwickelt; soll die Kohle jedoch mit Flamme brennen, so wird die Operation eingestellt wenn das Gas noch in mäßigem Grade ausströmt. Es ist wichtig, daß der Aufseher gerade auf dieses Zeichen der Operation besonders Acht gebe. Denn nachdem die Gasentwickelung begonnen hat, findet wegen der großen Menge von Kohle, welche von dem Gas mitgerissen wird, ein rascher Kohlenverlust statt. Die verschiedenen Retorten werden der Reihe nach an dem einen Ende geöffnet und entleert, während der Arbeiter an der andern Seite des Apparates die Thüren von den Retorten abnimmt und die letzteren in regelmäßiger Reihenfolge mit Körben getrockneten Torfs füllt. Hat er eine Retorte gefüllt, so schiebt er die thönerne Scheidewand an die gehörige Stelle, setzt die äußere Eisenthür ein und verkittet sie mit Thon. Der Arbeiter an dem andern Ende thut das Gleiche, nachdem er die Torffüllung herausgeschafft hat; so geht die Operation ohne Unterbrechung vor sich. Der Zeitersparniß wegen ist es rathsam, die äußeren Thüren in doppelter Anzahl vorräthig zu haben, damit der Arbeiter jedesmal eine kalte Thür ansetzen kann, und nicht zu warten braucht, bis sich die heiße Thür abgekühlt hat.