Text-Bild-Ansicht Band 114

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geschnitten, je nach der Richtung in der sich die Scheibe bei den einzelnen Maschinen drehen muß. Beim Einrücken überträgt sich die Schnelligkeit der Scheibe ganz allmählich auf die Triebwelle in dem Maaße wie die Reibung des eindringenden Conus stärker wird.

Dampfhämmer.

Dampfhämmer fanden sich nicht ausgestellt. Während man übrigens in Deutschland die Originalconstruction von James Nasmyth überall copirt, oder die Hämmer von ihm selbst bezieht, baut man dieselben in Frankreich mit vielfachen Veränderungen, worüber hier einige Worte Platz finden mögen. Man construirt nämlich viele, ja die meisten Hämmer ohne jene, zwar äußerst geniale, für viele Zwecke jedoch gänzlich überflüssige und äußerst kostspielige Vorrichtung der mechanischen Steuerung und der Regulirung des Hubs. Die großartige Anstalt von Schneider und Comp. zum Creusot (Saône et Loire) liefert viele solcher Dampfhämmer zu äußerst billigen Preisen; einer derselben arbeitet in der Maschinenwerkstätte des Nordbahnhofes. Das Self-acting hat großen Werth, ja ist unumgänglich nothwendig für Frischereien und überall wo viele Schläge mit großer Schnelligkeit auf einander folgen müssen. Einerseits aber als Luppenhammer für Puddlingswerke und andererseits in seiner Anwendung zum Schmieden von Maschinentheilen thut die Handsteuerung, wodurch der Apparat so bedeutend einfacher und wohlfeiler wird, vollkommen dieselben Dienste. Denn hier fallen meistens nur einzelne Schläge in Zwischenräumen, und ein Arbeiter muß ohnehin fortwährend die Hand an den Hebeln haben; das Self-Acting und die Hubregulirung sind also ganz überflüssig, da beides durch den Arbeiter geschieht. Einen solchen Hammer kann sich jedes Puddlingswerk, das nur eine Bank zum Bohren des Cylinders besitzt, selbst anfertigen, umsomehr als es hier mehr auf Solidität als große Genauigkeit ankommt, wo die hinter den Puddlings- und Schweißöfen liegenden Kessel ohnehin überflüssigen Dampf liefern.

Decoster's Zapfenschmierung für Ventilatoren.

Die einzige wirkliche Neuerung in der Construction der Ventilatoren, welche zu immer größerer Anwendung gelangen, stammt von Decoster und besteht aus einer auf der Welle dicht am Lager befindlichen Scheibe, die unten in einen Oelbehälter taucht und durch die Drehung stets eine genügende Quantität Oel dem Zapfen zuführt. Bei den großen Schnelligkeiten (bis zu 2000 Drehungen per Minute), die man den Ventilatoren geben muß, ist diese durch mehrjährige Praxis erprobte Einrichtung nicht unwichtig. – Zum Schmieren von Zapfen, die geringere Schnelligkeit haben, wendet Decoster eine mitten um den Zapfen laufende, unten in Oel tauchende, kleine endlose Kette an. Das Lager wird dadurch in der Mitte unterbrochen; das Oel vertheilt sich auf dem ganzen Zapfen, und das überflüssige läuft wie bei der erstbeschriebenen Vorrichtung in den Oelbehälter zurück, der von Zeit zu Zeit gefüllt wird.

Du Trembley's Chloroform-Dampfmaschine.

Die Gesellschaft Givord und Comp. in Lyon hatte eine sogenannte Machine à vapeurs combinées nach der Erfindung du Trembley's (beschrieben im polytechn. Journal Bd. CXI S. 246) ausgestellt. Diese solid ausgeführte Maschine hatte zwei liegende Cylinder; in dem ersten wirkt wie gewöhnlich der Wasserdampf, in dem zweiten der Dampf einer Flüssigkeit, die schon bei einer Wärme von höchstens 72 Grad Celsius siedet; versucht wurden bisher Schwefeläther, Chloroform, Chlorkohlenstoff u.s.w. Die Verwandlung dieser Flüssigkeit in Dampf soll durch den abgehenden Dampf des ersten Cylinders bewirkt und dieser gleichzeitig dadurch condensirt werden. Das condensirte Wasser wird in den Kessel, jene Flüssigkeit aber nach ihrer Verdichtung in den Condensationsapparat zurückgepumpt. Den Verlust daran geben Givord und Comp. auf nur 3/4 Liter per zwölf Stunden für eine 25pferdige Maschine an. Es arbeiten solche Maschinen bereits bei Billaz und Maumenée in Lyon (Guillotière) seit 18 Monaten; ferner in der Werkstätte des Gouvernements zu Lorient und