Text-Bild-Ansicht Band 114

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Scheibe sitzt ein excentrischer Zapfen; dieser trägt lose ein hölzernes Brettchen, auf das die Platte gelegt wird. Mittelst Scharnier und Schrauben sind vier Kissen zum Ueberschlagen und Aufdrücken eingerichtet; die ersten beiden sind mit zwei Sorten Waschleder, das dritte mit Flanell, das vierte mit Seidensammet überzogen, und werden eines nach dem andern zum Poliren angewendet. Mittelst conischer Rädchen und Kurbel wird nun die Scheibe rasch gedreht, wodurch die Platte, da sie sich frei auf dem excentrischen Zapfen bewegen kann, in allen denkbaren Richtungen und Winkeln unter dem Kissen durchstreicht. Die ausgestellten Platten zeigten den höchstmöglichen Grad von Politur.

(Aus dem: Bericht über die auf den dießjährigen Gewerbe-Ausstellungen zu Paris und Gent ausgestellten Maschinen, Metalle, Metallwaaren und Papiere. Dem Reichsministerium des Handels erstattet, von Wilhelm Oechelhäuser, Secretär im Reichshandelsministerium. Frankfurt a. M. J. D. Sauerländer's Verlag. 1849.“)

Verbesserte Camera obscura zum Anfertigen der Lichtbilder, von D. Brewster.

Die Verbesserung besteht darin, daß die Lage des Focus für das Objectivglas nicht, wie gewöhnlich, durch eine matte Glastafel, sondern durch ein Ocular bestimmt wird, welches auf einer besondern Theilung gehörig eingestellt werden kann. Bei dieser Einrichtung kann die Platte oder das Papier, auf welchem man das Bild zu haben wünscht, viel genauer in den Focus gebracht werden, und außerdem bildet das Instrument, wenn es umgewendet wird, ein vortreffliches Fernrohr, (Athenaeum, 1849, Nr. 1145.)

Ueber Beleuchtung mittelst des elektrischen Lichts.

Bei der Versammlung der British-Association zu Birmingham kam die galvanische Beleuchtung zur Sprache, wobei Prof. Faraday bemerkte, daß das elektrische Licht zum Zweck der allgemeinen Beleuchtung nicht anwendbar ist, weil wegen der Intensität des elektrischen Bogens dem Auge alle Gegenstände dunkel erscheinen. (Practical Mechanic's Journal, Octbr. 1849, S. 165.)

Ueber den Einfluß des Lichts auf das Berlinerblau; von Chevreul.

Aus genauen Versuchen, welche Chevreul anstellte, geht hervor:

1) daß das Berlinerblau im lustleeren Raum durch den Einfluß der Sonne seine blaue Farbe verliert, indem es Cyan oder Cyanwasserstoffsäure abgibt;

2) daß es seine blaue Farbe unter dem Einfluß des absolut trockenen Sauerstoffgases augenblicklich wieder annimmt;

3) daß bei dieser Färbung so viel Eisenoxyd entsteht, als der Menge des Eisens entspricht welches sein Cyan verlor, und daß man dieses gebildete Eisenoxyd in Salzsäure auflösen kann;

4) daß es bis jetzt nicht zu erklären ist, warum das auf Baumwolle und Seide befestigte Berlinerblau unter Verlust von Cyan oder Cyanwasserstoffsäure entfärbt werden und unter dem Einfluß des Sauerstoffs fünfmal nach einander wieder seine Farbe annehmen kann, ohne alsdann bei der Behandlung mit Salzsäure eine bemerkenswerthe Menge Eisenoxyd abzugeben. (Comptes rendus, September 1849, Nr. 17.)