Text-Bild-Ansicht Band 112

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in inniger Beziehung zu einander stehen müssen, und nahm mir vor, über jene Thatsachen, welche von Einigen eben so bestimmt behauptet als von Andern geläugnet werden, sichere Erkundigungen einzuziehen.

Ich schrieb deßhalb zuerst an meinen Freund Dr. Roché, welcher als Arzt in einer Gegend des Eure-Departement lebt, wo sich viele Hohöfen befinden. Auf mein Ersuchen um genaue Nachrichten, konnte er mir bloß mittheilen, daß ein gewisser La Forge, ein wohlbeleibter Mann von 35 bis 36 Jahren, im Schritt mit nackten Füßen über Gänze nach dem Abstechen des Hohofens ging; mein Freund sah dieß aber nicht selbst. Dieß war also nicht hinreichend, meine Zweifel zu beschwichtigen.

Später wurde ich mit Hrn. Alph. Michel bekannt, welcher mir versprach, über die oben erwähnten Thatsachen bei den Arbeitern an den Frischfeuern der Franche-Comté Erkundigung einzuziehen. Ich theile hier eine Stelle aus seinem Briefe vom 26. März d. J. mit: „Im Frischwerk zu Magny bei Luve befragte ich einen Arbeiter über das Eintauchen des Fingers in das flüssige und weißglühende Roheisen, welcher mir antwortete, daß nichts einfacher sey, und um es zu beweisen, steckte er in dem Augenblick wo das geschmolzene Roheisen aus einem Kupolofen floß, den Finger in den weißglühenden Strahl; ein Angestellter des Hauses wiederholte diesen Versuch ohne Benachtheiligung, wodurch auch ich dazu ermuthigt wurde. Um diesen Versuch zu machen, hat keiner von uns seinen Finger befeuchtet. Ich beeile mich Ihnen diese Thatsache mitzutheilen, welche Ihre Ansichten über den kugelförmigen Zustand der Flüssigkeiten zu bestätigen scheint; da nämlich die Finger immer mehr oder weniger feucht sind, so ist wohl deren augenblickliche Unverbrennlichkeit dieser in den sphäroidischen Zustand übergehenden Feuchtigkeit zuzuschreiben.“

Ich gehe nun auf meine eigenen Versuche über:

Ich theilte oder zerschnitt mit der Hand einen 2 Zoll dicken Strahl, welcher durch die Abstichöffnung ausfloß und steckte dann sogleich die andere Hand in eine mit weißglühendem Roheisen gefüllte Gießkelle. Ich schauerte unwillkürlich, aber die eine und die andere Hand bestanden die Probe siegreich. Jetzt wundere ich mich nur noch darüber, daß solche Versuche nicht ganz gewöhnlich sind.

Man wird mich nun fragen, welche Vorsichtsmaßregeln zu befolgen sind, um sich gegen die zerstörende Wirkung des geschmolzenen Eisens zu schützen. Ich antworte: keine, man muß keine Furcht haben, den Versuch mit Vertrauen machen und mit der Hand rasch, jedoch nicht zu schnell, durch das vollkommen geschmolzene Roheisen fahren. Denn wenn man