Text-Bild-Ansicht Band 112

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Da sie wenigstens am Rande auch noch unten eine Dimension von etwa 3 Linien haben muß, um nach oben das Schraubengewinde des Deckels, nach unten einen schützenden, etwas hervorspringenden Rand anbringen zu können, so ist sie von unten nach oben gesehen nicht ganz massiv, sondern in der Mitte bedeutend tiefer, um alle unnütze Schwere zu vermeiden. Auf der unteren Seite ist ein kleiner Stiel, eine Handhabe von 2 Zoll Länge; auf der unteren Fläche ist ferner eine kleine Schraube zu bemerken; der Cylinder, an dem sie aufgewunden werden kann, ist unbeweglich an den Nonius befestigt; da sie auf eine Metallfeder drückt, so dient sie dazu, die Beweglichkeit des Nonius zu mäßigen, oder denselben ganz einzustellen; zugleich vermag sie demselben in der Richtung des Zuschraubens eine sanfte Mikrometerbewegung zu verleihen.

Die obere Fläche trägt die Prismen, welche nicht im Centrum stehen, sondern so weit der Peripherie genähert sind, daß der Kreisbogen von 45 bis 50°, welcher der Scala zu Grunde gelegt ist, das größte sey, welches wir einschreiben können.

Die Scala ist direct in 1/2° getheilt, kann aber mittelst des Nonius in 4 Minuten abgelesen werden. 2 Linien hinter derselben befindet sich concentrisch mit ihr ein zweites Kreissegment, welches jedoch nicht in der gewöhnlichen Form getheilt ist, sondern nur einige wenige Einstellungsstriche trägt, von welchen weiter unten ausführlicher gehandelt werden soll. – Die wichtigste Frage für die genaue Construction des Instrumentes war die normale Stellung der Prismen, und ihre Bewegung um eine gemeinschaftliche Achse möglich zu machen.

Um der geforderten Bewegung zu entsprechen, hätte es genügt, das eine Prisma auf die Platte des Instrumentes, das andere auf den Nonius aufzukitten; allein so einfach konnten wir nicht verfahren, weil wir sonst in Beziehung auf das Senkrechtstellen der Prismen und auf ihren gemeinschaftlichen Drehungspunkt lediglich von den Zufälligkeiten des auftrocknenden Kittes, von seinem etwas dickeren oder dünneren Polster abhängig geworden wären. Es wurden daher auf die Platte zwei dreiseitige Metallstücke aufgeschraubt, wovon das eine, das bewegliche, in einen Fortsatz auslief, welcher den Nonius trug.

Der Drehungspunkt des beweglichen lag etwas im zweiten Drittheil; die beiden Metallstücke mußten daher nach hinten etwas ausgeschnitten seyn, um das Auseinandertreten ihrer vorderen Endpunkte nicht zu verhindern.

Auf diese war ein zweites Paar von Metallplatten befestigt, welche durch Centrirschrauben, wovon drei Zug- und drei Druckschrauben waren, in die geforderte Lage gebracht werden konnten. Wären die Prismen