Text-Bild-Ansicht Band 112

Bild:
<< vorherige Seite

gleich dem Sinken der in der Flasche enthaltenen Luft; dieses Sinken ist, wie wir gesehen haben, CD + GH oder EF + FI.

Sobald der Wasserspiegel im Trichter sinkt, muß auch die in der umhüllenden Röhre enthaltene Wassersäule IE sinken, so daß die Luft Zutritt erhält. Auf diese Art findet eine Unterbrechung statt und man erhält einen constanten Wasserspiegel.

Das Biegen der zwei concentrischen Röhren ist sehr leicht zu bewerkstelligen. Man steckt die Röhren, während sie noch gerade sind, ineinander. Alsdann füllt man ihren Zwischenraum mit ganz trockenem Sande an und biegt sie auf gewöhnliche Art über glühenden Kohlen.

Derselbe Apparat kann auch zum Filtriren und zum Abdampfen einer großen Menge Flüssigkeit angewandt werden. Man füllt dann die Flasche mit der abzudampfenden oder zu filtrirenden Flüssigkeit und setzt den Heber mit dem Filter oder dem Abdampfgefäß auf angegebene Weise in Verbindung.

Ich ließ mir einen Apparat, welcher auf demselben Princip beruht, und den Zweck hat unter jedwedem Druck einen constanten Wasserstand zu erzielen, für Frankreich unter dem Namen réservoir à écoulement intermittent patentiren.

XCIII. Die Thierkohle als Reinigungsmittel des Wassers zum häuslichen Gebrauch; von Mozière.

Aus dem Journal de Chimie médicale, Febr. 1849, S. 66.

Die entfärbende und desinficirende Eigenschaft der Kohle, durch welche noch so verdorbenes und schmutziges Wasser wieder trinkbar gemacht werden kann, ist bekannt.

Außerdem besitzt die Kohle das Vermögen, dem Wasser die Kalksalze und die meisten salzigen Substanzen zu entziehen; diese Eigenschaft derselben wurde im J. 1822 von Payen entdeckt, welcher fand, daß sie nur die Thierkohle besitzt. Schüttelt man Kalkwasser mit gepulverter Thierkohle und filtrirt es nach einigen Minuten, so erhält man eine Flüssigkeit ohne alle alkalischen Eigenschaften, welche weder von Veilchensyrup grün gefärbt, noch durch Oxalsäure getrübt wird. Diese Eigenschaft der Thierkohle, von welcher ich mich durch mehrere Versuche überzeugte, benutzte Hr. Girardin, um dem Wasser neugebauter Cisternen