Text-Bild-Ansicht Band 153

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Vor Wiederholung dieser Correction kann eine andere ausgeführt werden, nämlich: nachdem man die Libelle zum Einspielen gebracht hat, dreht man das Fernrohr ein wenig nach Rechts oder Links um seine geometrische Achse; spielt nun die Blase nicht mehr ein, so bringt man sie dazu durch Anwendung der Correctionsschrauben bei R.

Theorie des Instrumentes.

Nach der über die Construction der Libelle gemachten Voraussetzung steht die Libellenachse horizontal, sobald die Blase in der Mitte einspielt. Die optische Achse des Fernrohres, welches mit der Libelle fest verbunden ist, ist nun entweder bei beiden Stellungen (Libelle oberhalb oder unterhalb des Fernrohres) parallel der durch die Libellenachse gelegten Horizontalebene, oder sie bildet gleiche, aber entgegengesetzt liegende Winkel damit. Corrigirt man also die Stellung der optischen Achse zur Libelle so, daß sie den von ihren beiden ersten Lagen gebildeten Winkel halbirt, so liegt sie horizontal.

Der praktische Vortheil des neuen Systems hängt davon ab, ob empfindliche Libellen von der eben bezeichneten Eigenschaft mit Sicherheit hergestellt werden können. Die Aufgabe hat allerdings ihre Schwierigkeiten; allein die Erfahrung hat mit bewiesen, daß bei einer zweckmäßigen Schleifmethode solche Libellen mit einer Genauigkeit ausführbar sind, welche die praktischen Anforderungen bei weitem übersteigt, und in meiner Werkstätte sind bereits eine ziemliche Zahl derselben hergestellt worden.

Bei den zum Umlegen des Fernrohres eingerichteten Nivellirinstrumenten stellt sich eine ähnliche Schwierigkeit ein, nämlich: es müssen die Lagerhälse des Fernrohres genau gleich dick und genau cylindrisch gemacht werden. Wenn auch diese Bedingung erreicht ist, so geht sie beim sorgfältigsten Gebrauch des Instrumentes leicht wieder verloren aus bekannten Gründen, wogegen bei dem neuen Instrumente die innere Fläche der Libelle, worauf Alles ankommt, vollkommen geschützt, und keinerlei Veränderlichkeit unterworfen ist.

Prüfung der Libelle. Wegen der Unveränderlichkeit des Glases genügt es, ein für allemal eine Prüfung der Libelle vorzunehmen, um zu erkennen, ob der Mechaniker seine Aufgabe gelöst hat. Zu diesem Zwecke kann man entweder eine Strecke vor- und rückwärts nivelliren, und die Uebereinstimmung der Resultate prüfen. Oder aber, man bestimmt nach der ersten oben angegebenen Methode denjenigen Punkt P einer entfernten Nivellirlatte, auf welchen die optische Achse des Fernrohres bei horizontaler Lage zielen muß. Alsdann schraubt man die Libelle von ihren Trägern los und befestigt sie