Text-Bild-Ansicht Band 154

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dieses Beerenweines von dem Reifegrad der Beeren, und zwar in der Weise abhängig sey, daß sich der unangenehme Beigeschmack in um so höherem Grade einstelle, je reifer man die Beeren anwende, und daß man dieselben daher kaum in einem zu unreifen Zustand anwenden könne, indem in diesem Fall jener Stoff noch nicht entwickelt sey, welcher den üblen Geschmack bedinge. – Wieder Andere meinen, daß man die Stachelbeeren am Stocke möglichst reif werden lassen müsse, um die Herstellung einer möglichst großen Zuckermenge und die möglichste Verminderung der Säure im Safte, ganz so wie bei den Weintrauben, der Natur selbst zu überlassen.

Aus diesen und anderen, sich in gleicher Weise widersprechenden Ansichten ergibt sich deutlich, daß man über den Grund dieser Erscheinung durchaus noch nicht im Reinen ist, und doch erscheint dieses durchaus nothwendig, wenn die Beerenweinbereitung raschere Fortschritte machen soll.

Als Beitrag zur Lösung dieser Frage theile ich hier einige mit aller Sorgfalt angestellte Versuche mit, die zwar die Frage noch nicht mit aller Bestimmtheit beantworten, aber mindestens doch den Weg zu ihrer Lösung zeigen.

Erster Versuch. Es wurden 8 Pfd. nicht völlig reife grüne Stachelbeeren zerquetscht, 36 Stunden stehen gelassen und ausgepreßt. Der Saft zeigte 10 Proc. Saccharometer und 22 pro mille Säure. Auf die Trester wurden 3 Pfd. Wasser gegossen, 6 Stunden stehen gelassen und dann gepreßt und beide Säfte gemischt.

Die Menge betrug 8 1/8 Pfd.; – der Säuregehalt 15 pro mille und die Dichtigkeit 7 Proc. Saccharometer.

Diesem Safte wurden noch 3 Pfd. krystallisirter Traubenzucker und 6 1/2 Pfd. Wasser zugesetzt und so ein Most von 19 Proc. Saccharometer Dichte erhalten.

Bei 15° R. der Gährung unterworfen, verlief dieselbe ganz gut, und war nach vier Wochen beendigt, wo der Wein nun bis unter 0 vergohren war.

Zweiter Versuch. 8 Pfd. reife grüne Stachelbeeren, wie beim ersten Vers. behandelt, gaben 5 1/4 Pfd. ersten reinen Saft von 18 pro mille Säure und 12 1/2 Proc. Saccharometer – und 4 7/8 Pfd. Nachsaft, der mit dem ersteren gemischt, eine Mischung von 12 pro mille Säure und 8 Proc. am Saccharometer gab. Die erhaltenen 10 1/8 Pfd. Saft mit noch 3 Pfd. Wasser und 3 Pfd. krystallisirtem Traubenzucker versetzt, gaben einen Most von 24 Proc. Saccharometer.

Bei 15° R. vergähren gelassen, zeigte der Wein nach 10 Wochen 2 1/2 Proc. Saccharometer.