Text-Bild-Ansicht Band 154

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Diese Reinigung kann sich natürlich nur auf Färbung und Geruch beziehen, und es ist vorauszusetzen, daß das Rohparaffin mittelst starker Pressung vom Oele möglichst vollständig befreit war.

Nach Mitchel's Verfahren wird das Paraffin geschmolzen, 1/10 des Gewichts Kohle in Pulverform hinzugerührt und durch Umrühren damit vermischt und die Masse nach Bedürfniß 1/2 bis 3 Stunden warm erhalten, worauf das Paraffin mittelst Durchseihens durch leinene Filter von der Kohle getrennt wird. Statt die Kohle mit dem geschmolzenen Paraffin zu vermischen, soll man dieses auch durch ein mit grobgepulverter Kohle gefülltes Filter filtriren können, welches natürlich warm zu erhalten ist, damit das Paraffin nicht erstarren kann.

  Miscellen.

Wärme-Apparat für das Speisewasser der Hochdruck-Dampfmaschinen, von Julius Wolff u. Comp. in Heilbronn.

Dieser der genannten Fabrik patentirte Wärme-Apparat bildet seiner äußeren Form nach einen, je nach der Größe des Kessels 15–25'' im Durchmesser haltenden Cylinder, welcher an passender Stelle in die den benützten Dampf abführende Rohrleitung eingeschaltet und durch die Kesselpumpe mit kaltem Wasser gespeist wird. Das Wasser umspült ein im Innern des Cylinders zweckentsprechend angeordnetes System von Dampfröhren, wobei es eine bedeutende Wärmemenge in sich aufnimmt und zugleich eine theilweise Condensation des Dampfes bewirkt.

Gegenüber der bisher üblichen Construction der Vorwärmer bietet diese Anordnung mehrere beachtenswerthe Vortheile. Die Bewegung des Wassers im Apparate selbst geht verhältnißmäßig sehr langsam vor sich, in Folge dessen die Absetzung von Kesselstein und Schlamm an leicht zugänglichen Stellen bewirkt und zugleich eine hohe Temperatur des Speisewassers erzielt wird. Während bei den bisher üblichen Vorrichtungen die Temperatur des Wassers nur selten über 50° R. gebracht werden konnte, steigert sich dieselbe hier bis auf 80° R., wodurch eine Brennmaterial-Ersparniß bis zu 25 Proc. herbeigeführt, die Funktion des Heizers außerordentlich erleichtert und eine große Gleichförmigkeit des Dampfdruckes erzielt wird. Ein weiterer Vortheil entsteht dadurch, daß die Pumpe nur kaltes Wasser liefert, wodurch alle Nachtheile der sonst üblichen heißgehenden Pumpen, als: Unterbrechung der Thätigkeit, Verunreinigung der Ventile durch das Cylinderschmiermittel u.s.w. in Wegfall kommen. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1859, Nr. 44.)

Drahtseile aus Puddelstahl.

Solche sind in Liverpool auf ihre Haltbarkeit geprüft und mit Seilen aus gewöhnlichem Eisendrahte verglichen worden. Der Puddelstahl war nach W. Clay's Patent (polytechn. Journal Bd. CXLVIII S. 40) auf dem Mersey Stahl- und Eisenwerke dargestellt worden. Derselbe war zu Draht gezogen und zu einem Seile