Text-Bild-Ansicht Band 154

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von 3 Zoll im Umfange (circa 1 Zoll Durchmesser) verarbeitet; zur Gegenprobe wurde ein ganz gleiches Drahtseil von dem besten verzinkten Eisendrahte gewählt. Bei dieser Stärke verlangt die englische Admiralität eine Haltbarkeit von 1 1/4 Tonnen; das Puddelstahl-Drahtseil brach aber erst bei einer Belastung von 16 1/4 Tonnen, wodurch die Vorzüglichkeit des Stahles zu diesen Zwecken erwiesen wurde. (Mining Journal, 1859 S. 688; Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- u. Hüttenwesen, Nr. 43.)

Neue Methode beim Gießen der Metalle; von W. Holmes und W. Hollingshead.

Diese neue Methode gründet sich auf die Anwendung von überhitztem Wasserdampf oder heißer Luft zum Anwärmen der metallenen Gießformen. Diese sind nämlich von einem äußern Mantel umgeben, und man leitet den Dampf oder die Luft in den Zwischenraum zwischen dem Mantel und der Form selbst. Man gibt dabei dem Dampf den Vorzug, den man überhitzt, indem man ihn ein System glühender Röhren durchstreichen läßt. Man läßt ihn einige Zeit vor dem Gießen in die Form eintreten, wodurch diese die Temperatur annimmt, welche der Dampf selbst hat, und fährt mit dem Hindurchleiten fort, bis der Guß fertig ist. Es wird ein doppelter Zweck erreicht. Einerseits wird die Form so heiß, daß beim Gießen keine zu plötzliche Abkühlung des Gußstücks eintreten kann; andererseits verhütet der Dampf eine zu große Erhitzung der Form durch das flüssige Metall, indem er den Ueberschuß an Wärme mit fortnimmt; das Metall kann sich also nicht an die Form festhängen und diese zerstören.

Im andern Falle bedient man sich der heißen Luft oder des überhitzten Dampfes, um die Formen und Kerne aus Sand zu trocknen. Man bringt dieselben entweder in einen Raum, der von dem Dampf durchstrichen wird, oder umgibt sie, wie vorher, mit einem Mantel, in den man den Dampf hineinleitet. Hat man hohle Kerne, wie beim Gießen von Röhren, so leitet man den Dampf durch die Höhlung, bis sie vollkommen trocken sind.

Der Dampf, welcher die Form durchstrichen hat, kann noch recht wohl zum Trocknen der Kerne verwandt werden, da er durch das flüssige Metall noch einen bedeutenden Wärmeüberschuß empfängt.

Ein System von Röhren und gut vertheilten Hähnen erleichtert den Dienst der Gießformen und beschleunigt die Arbeit. (Journal des mines, 1859, Nr. 21; berg- und hüttenmännische Zeitung Nr. 44.)

Das Zinn ein klingendes Metall.

Hr. Levol hat die Beobachtung gemacht, daß ein Block sehr reinen Zinnes, welcher 40 Kilogr. wog und sehr dick war, auf hölzerne Tragstangen gelegt, unter dem Schlag eines Hammers von hartem Holze scharfe Töne gab. Man hat daher, sagt Hr. Levol, mit Unrecht angenommen, daß das Zinn, als eines der weichsten und am wenigsten elastischen Metalle, keinen Klang habe. Ich hatte vor einiger Zeit Gelegenheit mich von der Richtigkeit dieser Behauptung zu überzeugen; ich kaufte nämlich in einem Laden in Paris eine Klingel (ein Kinder-Spielzeug), welche in einem Stück gegossen war und aus Zinn bestand, allerdings mit ein wenig Blei legirt. Barreswil. (Répertoire de Chimie appliquée, Sept. 1859, S. 405.)