Text-Bild-Ansicht Band 162

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6) gewährt diese Anordnung den Vortheil, daß der Zustand der Kohle, in welchem sie zum Glühofen gelangt, ohne jeden Einfluß auf die Temperatur bleibt, bei der die Kohle geglüht wird.

Man könnte auch eine Vorrichtung an den besprochenen Röhren anbringen, welche, ohne den Schieber unten zu öffnen, nur anzeigt, wann die Kohle die verlangte Temperatur angenommen hat. Sie würde lediglich in der Anwendung eines Stabes (Rohres) bestehen, durch dessen Ausdehnung bis zu einem gewissen Punkte ein Wecker in Thätigkeit gesetzt wird, um den Zeitpunkt anzudeuten, in welchem die Knochenkohle vom Arbeiter gezogen werden muß.

Zur Würdigung der Vorwürfe, welche den Knochenkohle-Wiederbelebungsöfen in den Zuckerfabriken im Allgemeinen gemacht werden.

Man macht den gebräuchlichen Glühöfen hauptsächlich den Vorwurf, daß beim jedesmaligen Glühen der Kohle ein Verlust an Kohlenstoff veranlaßt wird. Daß ein Verlust an Kohlenstoff oder eine Verringerung der Güte des Products beim Glühen in hohen Temperaturen stattfindet, ist nicht zu bezweifeln. Daran scheint mir aber nicht die Construction der Glühapparate Schuld zu seyn, sondern die Art wie man sich ihrer bisher bediente; der Heizer zog nämlich die Kohle nach 20 oder 30 Minuten ab, ohne Rücksicht auf die Lebhaftigkeit des Feuers, welches während dieser Zeit auf sie einwirkte. Dabei konnte es allerdings leicht vorkommen, daß der Kohle eine zu hohe Temperatur, sogar die Rothglühhitze, also 416° R. (520° C.), ertheilt wurde, wobei eine porzellanartige Bekrustung ihrer Poren durch die beigemischten Stoffe unvermeidlich eintritt. Eine Temperatur von 290° R. (362° C.) wurde bisher als unumgänglich nöthig erachtet, um den Rest der in der Kohle enthaltenen organischen Substanzen, welche der Gährung widerstanden, zu zerstören und somit den größtmöglichen Effect der Entfärbung zu erzielen. Der Rübenzuckerfabrikant, welcher die organischen Substanzen aus der Knochenkohle vor dem Wiederbeleben derselben vollkommener entfernt, kann sich daher mit einem geringeren Hitzegrade begnügen, um den zurückgebliebenen Antheil organischer Substanzen zu zerstören; daß dieses wirklich der Fall ist, davon kann man sich in solchen Raffinerien überzeugen, welche Rohzucker guter Qualität (von 98 bis 99 Proc. Zuckergehalt) verarbeiten, wobei der Kohle fast nur Farbstoffe zugeführt werden, und, wenn sie vor dem Glühen mit reinem Wasser gewaschen wird, eine Bekrustung ihrer Poren nicht leicht vorkommen wird.