Text-Bild-Ansicht Band 162

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Die andere wurde zum Verdunsten unter den Luftpumperecipienten gestellt und die ausgeschiedenen gelblichen Häute beseitigt. In dem Niederschlag, der durch Wasserzusatz entstand, waren kleine verworrene Krystallnadeln zu erkennen; die beim Verdunsten des Alkohols ausgeschiedenen Häute zeigten besser ausgebildete Kryställchen.

Beide gelbe Ausscheidungen lieferten in alkoholischer Lösung mit Bleizuckerlösung einen fast orangefarbenen Niederschlag. Sie wurden längere Zeit bei 100–110° C. getrocknet und der Elementaranalyse unterworfen. Es gab der mit Wasser erzeugte Niederschlag I. folgende Resultate:

a) 0,2109 Substanz 0,4663 Kohlensäure und 0,070 Wasser
b) 0,3462 0,7602 0,116

Der auskrystallisirte Theil II. folgende:

0,2915 Substanz 0,652 Kohlensäure und 0,092 Wasser.

Daraus berechnet sich:

I. a) C = 60,246 H = 3,651
b) C = 59,88 H = 3,688
II. C = 60,99 H = 3,464

Die von Rigaud für das Quercetin angenommene Formel C₂₄ H₉ O₁₁ verlangt:

C = 59,75 und H = 3,73

Es ist nicht der geringste Zweifel, daß der Farbstoff der Sanddornbeeren mit Quercetin identisch ist. Die Zusammensetzung, Krystallform, Löslichkeitsverhältnisse und Reactionen, bezeugen das übereinstimmend.

Ich bin während dieser Untersuchung nirgends auf die Spur des Quercitrin gestoßen. Das Vorkommen fertigen Quercitrins im Pflanzenreich wäre hiemit im zweiten Falle constatirt. Es kann dieß in einem Pflanzentheil, in dem so viel Säure angehäuft ist, weniger überraschen.

Ob die Sanddornbeeren ähnlich den Kreuzbeeren (jedenfalls nur nach Abstumpfung der freien Säure) zu Zwecken der Färberei oder des Zeugdrucks tauglich seyn werden, muß späteren Versuchen überlassen bleiben, zu solchen reichte mein Material nicht aus.