Text-Bild-Ansicht Band 163

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mehr gelitten als der andere aus demselben Material, so haben sich während des Blasens Düsen verstopft, die Temperatur war nicht gleichmäßig und der Versuch ist zu verwerfen. Auf diese Art enthält jeder Versuch die Controle seiner Richtigkeit.

Giebt man während der ganzen Dauer der Probe eine Windpressung von 1/4'' Quecksilbersäule, so schmelzen solche Thone, deren Feuerfestigkeit für Kesselfeuerungen genügt, etwa 2 Stunden nachdem die Kohks im Sefström'schen Ofen bis oben hin rothglühend gewesen; die feuerfesteren Thone halten 3–3 1/2 Stunden. Bei einer Windpressung von 1/2'' Quecksilbersäule dagegen schmelzen auch die besten Thone schon nach 1 Stunde.

Da es nun einerseits vortheilhaft ist, langsam anzuheizen, damit die Steine sich nicht krumm ziehen, andererseits bei 1/2'' Quecksilberpressung die Kohksschlake so leichtflüssig ist, daß kein Zusetzen einer Düse eintritt, der Versuch also stets geräth, so giebt man am besten zuerst bloß 1/4'' Quecksilberpressung, bis die Kohks bis oben im Ofen rothglühend sind, und erhöht dann die Pressung auf 1/2'' Quecksilbersäule. Die Methode ist in diesem Falle sehr sicher und macht sehr kleine Unterschiede in der Feuerfestigkeit bemerkbar.

Die Schnelligkeit der Untersuchung eines Thones nach diesem Verfahren läßt nichts zu wünschen übrig, denn wenn man das Brennen des Thones und der Probesteine im Ofen selbst vornimmt, kann eine Untersuchung in höchstens zwei Tagen ausgeführt werden.

Bei der Vergleichung feuerfester Steine hat man nur je zwei Steinchen obiger Dimensionen hauen zu lassen und diese im Ofen nach obigem Verfahren zu behandeln. – Eine Pressung von 1/2'' Quecksilbersäule ist natürlich bloß bei gutem Gebläse anwendbar; für die Pressung von 1/4'' Quecksilbersäule genügt aber schon ein kräftiger Schmiedebalg, so daß die Anwendung der Methode mit wenig Umständen zu bewerkstelligen ist. Ganz besonders empfehlen sich diese Versuche den Hauptconsumenten der feuerfesten Fabrikate, den Hüttenwerken, für welche es von der größten Wichtigkeit ist, auf diese leicht und rasch ausführbare Weise einen sicheren Aufschluß über die Güte eines feuerfesten Materials vor dem Gebrauch im Großen zu erlangen.