Text-Bild-Ansicht Band 164

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Fig. 13 gibt einen Quer-, Fig. 14 einen Längendurchschnitt des Sauberers in der Gestalt, wie ihn die genannten Herren liefern.

Durch das Rohr (a) fällt das Schrot in den genau cylindrischen hölzernen Trog (b). Hier wird es von (2 bis 4) schraubenförmig gebogenen Blechflügeln (c), welche mit der sich rasch drehenden Welle (d) fest verbunden sind, empfangen und längs des Siebes (e) geworfen. Die Wirkung ist hier eine einfache und vortheilhafte. Nachdem die Flügel (c) das Schrot auf die Höhe = R (man sehe die Figuren 19 und 20) gehoben haben, wird es sich in der tangentialen Richtung AB bewegen wollen. Die Gaze lenkt es von dieser Richtung ab; das Schrot übt folglich einen gewissen Druck auf die Gaze aus, der für sämmtliche Schrottheilchen nahezu gleich ist, und zwar um so mehr, als in Folge der raschen Bewegung diese nur eine dünne Lage bilden.

Die Flügel sind schraubenförmig gebogen, um das Schrot nach der Ausmündungsöffnung (f) zu treiben, von wo es in den Raum (g) tritt und dann bei h die Maschine verläßt. Der Raum (g) hat den Zweck, einem zu starken Stäuben vorzubeugen; man kann offenbar die Kleien auch direct durch f ins Freie treten lassen.

Die Centrifugalkraft, welche hier wirkend auftritt, berechnet sich nun, wenn w die Winkelgeschwindigkeit der Flügel und m die Masse eines Schrottheilchens ist, nach der Formel: mRw². Der Druck des Schrotes gegen die Siebfläche ist somit proportional dem Quadrate der Flügelgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeit, mit welcher das Mahlgut der Austrittsöffnung zugetrieben wird, ist dagegen der Flügelgeschwindigkeit direct proportional. „Man ist somit im Stande, durch Aenderung der Flügelgeschwindigkeit eine mehr oder weniger intensivere Wirkung hervorzubringen, ohne das Vortheilhafte derselben zu beeinträchtigen.“

Dadurch, daß bei dem vorliegenden Sauberer das Sortiren continuirlich stattfindet, sind, unter sonst gleichen Umständen bei weitem geringere Siebflächen erforderlich als bei dem ruckweise wirkenden Cylinder; weil aber bei dem Sauberer von Lucas und Reinsch ein und dieselbe Siebfläche immer in Activität ist, während beim Cylinder immer nur 1/6 bis 1/8 der gesammten Gaze wirken kann, wird es ermöglicht durch ersteren, bei unverhältnißmäßig geringerer Siebfläche dasselbe Material zu bearbeiten, als durch letzteren.

Die Gaze ist auf Rahmen Fig. 4 gespannt, die leicht auszuwechseln sind, und somit ohne weitere Schwierigkeiten das eine oder andere Product gewonnen werden kann. In der beschriebenen Form eignet sich der Sauberer namentlich dazu, unmittelbar unter die Mühlsteine gesetzt zu werden wie dieses in Landmühlen wo kleine Posten vermahlen werden,