Text-Bild-Ansicht Band 165

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Wesentlich strengflüssiger sind die Magnesia- und Thonerdesilicate, welche in gesteigerter Gußstahlschmelzhitze schmelzen.

Am leichtflüssigsten darunter ist:

8) das Magnesia-Singulosilicat, welches eine glasartige Masse
bildet; dann folgt, eine glasähnliche Masse gebend,
9) das Magnesia-Bisilicat und
10) das Thonerde-Singulosilicat.
Merklich strengflüssiger sind, eine zähe mehr körnige Masse bildend:
11) das Magnesia-Trisilicat, dann
12) das Thonerde-Bisilicat und Trisilicat.




schmelzen in gesteigerter
Gußstahlschmelzhitze

Am leichtflüssigsten sind also die Eisensilicate, und zwar das Singulo- und Bisilicat, wovon letzteres unbedeutend strengflüssiger als ersteres ist.

Merklich strengflüssiger sind die Kalksilicate, worunter das Bisilicat wohl das leichtflüssigere und das Trisilicat das strengflüssigste ist.

Wesentlich am strengflüssigsten sind die Magnesia- und Thonerdesilicate, bei denen im Allgemeinen die Strengflüssigkeit mit der Zunahme der Kieselsäure wächst.

Ueberhaupt sind die Trisilicate stets merklich strengflüssiger als die Singulo- und Bisilicate.

Das Eisentrisilicat ist strengflüssiger als selbst die beiden ersten Kalksilicate, wiewohl die beiden ersten Eisensilicate wesentlich leichtflüssiger als die Kalksilicate überhaupt sind.

Das Eisentrisilicat ist sogar etwas strengflüssiger als das Kalktrisilicat.

Eisenspath für sich schmilzt leichter als das Eisentrisilicat, indem sich wahrscheinlich ein Silicat mit Hülfe der Kieselsäure der Tiegelwand bildet.

Für die Praxis geht daraus in Hinsicht der Beschickung hervor:

1) daß die Bildung von Trisilicaten stets zu vermeiden ist;

2) daß den beiden Eisensilicaten unbedingt der Vorzug vor allen übrigen zu geben ist;

3) daß die Kalksilicate, welche in der Mitte stehen, wesentlich leichtflüssigere Schlacken geben als die Magnesia- und Thonerdesilicate.

Um das gegenseitige Verhalten verschiedener Silicate hinsichtlich ihrer Schmelzbarkeit kennen zu lernen, wurde beispielsweise das Eisen-Singulosilicat mit der 1, 2 und 3fachen Menge Thon, dem Volumen nach, versetzt. Hierzu wurde ein sogenannter feuerfester Thon verwendet, welcher wenig Kalk und Eisenoxyd enthält, ziemlich reine kieselsaure Thonerde ist und zu den strengflüssigen gehört.