Text-Bild-Ansicht Band 165

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unauflöslich; man kann ihnen daher durch Waschen mit kaltem Wasser die geringe Menge Säure entziehen, welche sie noch enthalten.

Will man diese Farbstoffe im teigartigen Zustande erhalten, so braucht man nur der trocknen Farbe Alkohol oder Holzgeist zuzusetzen, um sie aufzulösen oder wenigstens aufzuschwellen, dann Wasser welches ein wenig kohlensaures Natron enthält. Der violette oder blaue Farbstoff coagulirt zu sehr großen Flocken, welche man auf einem Filter sammelt.

Zum Färben der Seide oder Wolle löst man dieses Violett oder Blau in Alkohol oder Holzgeist auf, und verdünnt die Lösung mit lauwarmem Wasser; ein Theil des Farbstoffs schlägt sich allerdings im Bade nieder, aber in so zertheiltem Zustande, daß er sich sehr leicht mit der thierischen Faser verbindet. Wenn man in demselben violetten Bade nacheinander kleine Portionen Seide färbt, so bemerkt man daß die ersten Gebinde eine röthlichere violette Farbe zeigen, und die letzten eine mehr bläuliche violette Farbe; diese Thatsache scheint zu beweisen, daß der violette Farbstoff ein Gemisch von Blau und Roth oder Violettroth ist, und daß letzteres sich leichter mit der Seide verbindet als der blaue Farbstoff, und in den Lösungsmitteln leichter löslich ist.

Für den Druck löst man das Violett und das Blau in Essigsäure auf; man verdickt die Lösung, druckt, läßt trocknen, dämpft und wascht endlich.

XCI. Verfahren zum Reinigen der Pikrinsäure; von Carey Lea in Philadelphia.

Aus den Chemical News, 1862, Nr. 109.

Der Verf. hat gefunden, daß zur Darstellung großer Mengen von Pikrinsäure die Reinigung derselben mittelst des Kalisalzes ganz unpraktisch ist. Das pikrinsaure Kali krystallisirt bei der geringsten Abkühlung heraus, so daß die Filter sich verstopfen, selbst wenn man den Trichter von außen warm hält, und die Operation sehr langwierig und mühsam wird. Da der pikrinsaure Kalk sehr löslich ist, so erschien es als wahrscheinlich, daß dieses Salz zur Reinigung der Pikrinsäure benutzt werden könne, was auch bereits vorgeschlagen ist. Bei deßfallsigen Versuchen stellte sich aber heraus, daß er sich auch für den vorliegenden Zweck nicht eignet; es entsteht nämlich ein basisches Salz, welches mit dem Ueberschuß des Kalkes zu Boden fällt und großen Verlust veranlaßt. Ein vorzügliches Mittel zur Reinigung der Pikrinsäure bildet dagegen die Unlöslichkeit