Text-Bild-Ansicht Band 169

Bild:
<< vorherige Seite

man nach dem Auswaschen eine fast weiße Masse mit einem Stich ins Graue. Dieselbe, der Prüfungshitze ausgesetzt, war

aufgebläht, aber mehr sinterig und nicht in der Weise wie der rohe Thon.

Pröbchen Nr. 1 ist glasirt, aber kaum geschwellt.

Nr. 2 fast körnig, ist St. Nr. 1 gleichzusetzen.

Nr. 3 ist körnig etc.

Die Strengflüssigkeit des mit Salzsäure behandelten Thones ist also = 2, d.h. hat um einen Grad zugenommen.

Das Bindevermögen des mit Salzsäure behandelten Thones ergab sich = 2 – 3, d.h. hat abgenommen.

Der in Rede stehende Thon gehört demnach zu den ziemlich strengflüssigen aber wenig bindenden; er ist unrein, enthält viel Sand beigemengt und ziemliche Mengen von Kalk und Eisen.

Er ist durch, Schlämmen, resp. Absonderung eines Schlämmrückstandes von 34 Proc., zu verbessern; dabei nimmt jedoch die Strengflüssigkeit nur wenig, das Bindevermögen aber mehr zu.

Durch Behandlung mit Salzsäure, resp. Ausziehen des Eisens und Kalkes, wird die Strengflüssigkeit in höherem Grade vermehrt, wobei das Bindevermögen sich, wenn auch nicht bedeutend, vermindert.

Die praktische Verwendbarkeit dieses Thones zu sogenannten feuerfesten Zwecken betreffend, dürfte er mit Gewähr nur für die gewöhnlichen zu gebrauchen seyn, nämlich für Feuerungsanlagen, Essen, Kohks- und Gasöfen etc. Sind auch schon aus dem rohen Thone, ohne daß ein bedeutendes Schwinden statt findet, und ohne ein Reißen und Springen im Feuer, bei richtiger Behandlung haltbare Steine anzufertigen, so ist doch durch Schlämmen für besondere Verwendungen, welche die vermehrten Kosten tragen können, eine empfehlenswerthe Verbesserung zu erreichen. Durch Schlämmen wäre die Strengflüssigkeit, noch mehr aber das Bindevermögen zu erhöhen, wodurch der Thon zu einer größeren Aufnahme feuersten Zusatzes geeigneter würde. Der geschlämmte Thon würde im Stande seyn, 1–1 1/2 Maaßtheil reinen Quarzsandes oder bis 2 Maaßtheile Chamotte aufzunehmen. Gebrannt, liefert der Thon einen Chamotte von kantigem, nicht rundlichem Korn. Die Menge der Aufnahme des Chamottes richtet sich stets einigermaßen nach der Größe des Korns. Reines Quarzpulver würde sich speciell empfehlen, weil dadurch verhältnißmäßig mehr der nachtheilige Einfluß des nicht geringen Eisengehaltes paralysirt wird, wenn auch überhaupt strengflüssiger Chamottezusatz dem Quarze vorzuziehen ist.