Text-Bild-Ansicht Band 169

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Beziehung war daraus das Eine zu entnehmen, daß auch durch Behandlung von getrocknetem gekalktem Rübenbrei (Gries) mit Weingeist ein praktischer Erfolg nicht zu erwarten sey.

Weiterhin aber ist es auffallend, daß wenn der relative Zuckergehalt überhaupt in dem einen Producte steigt, dieß nur wenig beträgt, daß also solche Unterschiede wie bei der Melasse hier nicht gefunden werden; noch viel auffallender aber erscheint der mehrfach beobachtete Umstand, daß alle Producte einen geringeren Quotienten ergaben, als der des Saftes gewesen war.

Es liegt darin wieder ein Fingerzeig auf das noch wenig bekannte Verhalten des Zuckers zum Kalke: man ist geneigt, aus diesen Resultaten zu schließen, daß unter Umständen zwischen Kalk und Zucker Wechselwirkungen vorgehen, welche das Unlöslichwerden oder Verschwinden von Zucker zur Folge haben. Schon früher habe ich auf eine solche Möglichkeit hingewiesen, und wenn es auch noch keineswegs sicher ist, daß sich reiner Zucker ähnlich verhält wie der im Rübensafte mit so manchen fremden Bestandtheilen gemischte, so glaube ich doch, aus dem Mitgetheilten Veranlassung nehmen zu müssen, zunächst das Verhalten von Zucker und Kalk, wenn sie längere Zeit vermischt bleiben, näher zu untersuchen. Sobald diese Versuche ein bestimmtes Resultat ergeben haben, werde ich dasselbe weiterhin besprechen.

 Miscellen.

Die österreichische Schnellzuglocomotive „Duplex“.

Eine von der österreichischen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft in den Werkstätten zu Wien nach der Construction des Hrn. Haswell angefertigte Schnellzuglocomotive – welche sich auf der Londoner Industrie-Ausstellung vom Jahre 1862 befand – führt den bezeichnenden Namen Duplex, weil dieselbe 2 Cylinderpaare, sowie die damit zusammenhängenden Theile in Paaren besitzt. In Gemeinschaft mit 11 anderen, welche wie üblich bloß 2 Cylinder hatten, wurde diese Maschine versuchsweise mit 4 Cylindern versehen und doppelte Kurbeln angewendet, so daß letztere einen Winkel von 180° bilden, folglich die Kolben und die damit verbundenen Theile in entgegengesetzten Richtungen sich bewegen müssen; diese Anordnung hat den Zweck, die sich namentlich bei größeren Geschwindigkeiten äußernden, durch die bewegenden Theile der Maschine erzeugten störenden Bewegungen auf ein Minimum herabzuziehen. – Bei den zum Vergleiche der beiden Anordnungen angestellten Versuchen entsprachen die Resultate ganz den Erwartungen und betrug bei der Maschine mit 4 Cylindern die störende Bewegung in verticaler Richtung bei Geschwindigkeiten von 52 bis 96 engl. Meilen 0,065'' bis 0,259''; in horizontaler Richtung bei denselben Geschwindigkeiten 0,034'' bis 0,087'', während bei einer Locomotive mit 2 Cylindern unter Geschwindigkeiten von 31 bis 52 engl. Meilen die störende Bewegung in verticaler Richtung 0,777'' bis 1,642'' und in horizontaler Richtung 0,173'' bis 0,259'' betrug. – Die Aufgabe, große Geschwindigkeiten