Text-Bild-Ansicht Band 169

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die Menge der reducirten Chromsäure und damit des Bleies. Bietet diese Methode auch große Genauigkeit, und ist sie auch ziemlich leicht und rasch durchzuführen, so macht sie doch eine doppelte Filtration und doppeltes Auswaschen nöthig, und erscheint sie daher einer Verbesserung bedürftig.

Beiläufig gesagt, theilt sie diese Uebelstände mit der Hempel'schen Methode, wobei man das Blei als oxalsaures Salz fällt und durch übermangansaures Kali die an Bleioxyd gebundene Oxalsäure bestimmt.

Meine neue Methode ist eine directe Fällungsanalyse. Als Normalflüssigkeit dient eine Lösung von zweifach-chromsaurem Kali; als Index wende ich salpetersaures Silber an. Der Schluß wird, ich gestehe es, durch eine Tüpfeloperation erkannt, indessen ist diese Tüpfelmethode dadurch ausgezeichnet, daß die Annäherung an den Schluß der Operation sich leicht erkennen läßt, ehe man zu dem Tüpfeln seine Zuflucht zu nehmen braucht. Durch Umkrystallisiren gereinigtes zweifach-chromsaures Kali wird zu einer 1/10 normalen Lösung in Wasser aufgelöst. Nach den Aequivalenten: 26,1 für Chrom, 39,1 für Kalium, löse ich 4,730 Grm. zweifach-chromsaures Kali zu einem Liter auf. Durch einen Kub. Centim. dieser Lösung werden 0,0207 Grm. Blei gefällt.

Nehme ich nun an, man wolle reines metallisches Blei analysiren, so wiege man eine beliebige Menge davon ab, löse es in möglichst wenig Salpetersäure, verdünne mit Wasser, neutralisire vorsichtig mit Ammoniak oder kohlensaurem Natron bis der Niederschlag sich beim Umschütteln eben noch auflöst, und füge dann einen Ueberschuß von essigsaurem Natron hinzu. Man bringt in ein Becherglas und läßt aus einer Quetschhahn-Bürette die Normal-Chromlösung einfließen, so lange bis der Niederschlag anfängt sich rasch abzusetzen.

Man setzt alsdann auf eine Porzellanplatte, einen flachen Teller oder den Fuß einer Berzelius-Lampe eine Anzahl Tropfen einer Lösung von neutralem salpetersaurem Silberoxyd und läßt aus der Bürette die chromsaure Kalilösung nur zu 2 bis 3 Tropfen auf einmal zufließen, indem man nach jedem Zusatz sorgfältig umrührt.

Hat sich der Niederschlag einigermaßen klar abgesetzt, was binnen wenigen Secunden der Fall ist, so nimmt man einen Tropfen der obenstehenden Lösung heraus und setzt ihn einem Silbertropfen hinzu. Sobald der geringste Ueberschuß an chromsaurem Kali vorhanden ist, zeigt sich eine deutliche rothe Färbung. Das gefällte chromsaure Blei wirkt durchaus nicht auf die Silberlösung ein, sondern schwimmt als gelber Niederschlag auf den Tropfen.

Sollte die Flüssigkeit schon einen gelblichen Schein annehmen, ehe