Text-Bild-Ansicht Band 169

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übergossen und so ganz rein (nach der Uhrglasprobe) ausgewaschen; hierauf getrocknet und endlich im Achatmörser pulverisirt. Die so gereinigte Thonerde, in Kalilauge gelöst und zur Trockne eingedampft, löste sich vollkommen klar in Salzsäure. – Als natürliche Thonerde wurde genommen edler blauer Corund, Sapphir, wasserheller und ein smalteblauer.

Die Kieselerde wurde doppelt gereinigt. Ausgesucht reinweiße Quarzstücke wurden nämlich im Achatmörser pulverisirt, dann längere Zeit in einem Glaskolben mit Salpeter-Salzsäure digerirt und ausgewaschen. Um eine etwaige Verunreinigung durch das Glasgefäß zu entfernen, wurde dieses Pulver nochmals in einer Platinschale mit Salzsäure andauernd digerirt und hierauf auf das sorgfältigste ausgewaschen, getrocknet und scharf geglüht. Die so zubereitete Kieselerde, mit Flußsäure geprüft, ließ nicht den mindesten Rückstand. – Als natürlicher Quarz wurde gewählt ein besonders reiner, durchscheinender, norwegischer Rosenquarz; ferner völlig durchsichtiger, wasserheller Bergkrystall, und durchsichtiger, fast farbloser Amethyst.

Die Proben kamen, um jedwede fremdartige Beimischung durch die Unterlage zu vermeiden, je einzeln zu liegen auf vertieften Tellerchen von stets derselben entsprechenden chemisch reinen Substanz, die auf das allerfeinste pulverisirt, mit Wasser zu einem Teig angemacht, geformt und alsdann vorher heftigst geglüht waren bis zu einer losen Sinterung. – Die Silicate wurden demnach geprüft auf Tellerchen, wovon ein jedes aus der entsprechenden reinen Silicatmasse bestand, die Thonerdeproben auf solchen aus reiner Thonerde, und Kieselerde auf solchen aus reiner Kieselerde. Die Tellerchen wurden auf einer Thonscheibe, aus dem besten kohlenfreien feuerfesten Thon gefertigt, aufgekittet und eingesetzt in einen gut geschlossenen kleinen Tiegel aus derselben besten Thonmasse.

So vergleichend diese Probeprismen demselben, oben näher bezeichneten sehr hohen Hitzegrade, in mehrmals wiederholten Versuchen ausgesetzt, ergab sich:

Die chemisch reine Thonerde ist ohne Zeichen einer glasigen Schmelzung, auch an den Kanten, die Masse ist aber beträchtlich geschwunden, hat sich verdichtet, ist fest und hart geworden wie der Bruch zeigte.

Der Corundsplitter ist dunkler von Farbe geworden, läßt aber sonst keine Veränderung oder irgend welche Merkmale von Schmelzung erkennen.

Die doppelt gereinigte Kieselsäure zeigt weder im Aeußern noch