Text-Bild-Ansicht Band 169

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Frcs. ausmacht. Da dieser Flachs nicht gekocht zu werden braucht, so ergibt sich eine fernere Ersparniß von mindestens 20 Cent per Kilogr., im Ganzen also 3,90 Frcs. Die beiden Berechnungen weisen daher einen Ueberschuß von 16,10 Frcs. oder 41 Proc. zu Gunsten des Hrn. Lefebure nach.

Beiläufig will ich Sie noch darauf aufmerksam machen, meine Herren, daß bei gleichem Gewicht sein Flachs mehr werth ist, als der andere, welcher fremde Bestandtheile, wie Erde, Gummi etc. enthält, die man auf 20 Proc. des Gesammtgewichts schätzen kann.

Der zweite Punkt, den ich zu prüfen beabsichtige, betrifft die vorgebliche Revolution, welche die Lefebure'sche Bearbeitung des Flachses im Spinngeräth hervorrufen soll:

Wenn, wie der Bericht sagt, das Verspinnen der Faser in ihrer ganzen Länge besonders wünschenswerth ist, vorzüglich bei den höheren Nummern, denen dadurch die beim Handgespinnst so geschätzte Festigkeit ertheilt werden würde, so folgt daraus doch nicht, daß sich der Lefebure'sche Flachs nicht wie anderer behandeln ließe. Warum sollte man ihn denn nicht zerschneiden können?

Der deutlichste Beweis dafür, daß sein Product sich gut verarbeiten läßt, ist der, daß alles, was Hr. Lefebure bis jetzt erzeugt hat, einen reißenden Absatz fand, und daß die Nachfragen seine Production weit übersteigen.

Sein von allen Juries anerkanntes und belohntes Verfahren hat auf der letzten Londoner Ausstellung wegen des ausgezeichnet gehechelten Flachses die Medaille erhalten (so sagt der Bericht der Jury); die Gesellschaft für Leinenproduction von Saint Gilles, welche in London Gespinnste aus solchem Flachs ausgestellt hatte, erhielt dieselbe Auszeichnung. In der Industrie läßt man demselben auch Gerechtigkeit widerfahren. Hr. Marchal zu Leeds (welcher die vollkommenste und größte Spinnerei in Europa besitzt) und eine große Anzahl einheimischer wie fremder Spinner haben die Vorzüglichkeit der Lefebure'schen Producte anerkannt und ihm Aufträge ertheilt, in Folge deren er bedeutende Lieferungen zu festen Preisen machen konnte.

Wie jeder Erfinder mußte Hr. Lefebure anfangs bei seinen Versuchen Ausschlußmaterial anwenden. Später zahlte er Lehrgeld, da er den Flachs nicht kannte und häufig das Opfer unredlicher Personen wurde, mit denen er zu thun hatte; hieraus entsprangen die zahlreichen Vorwürfe, die man ihm wegen der Art und Beschaffenheit seines Productes machte.

Nachdem er indessen Erfahrungen gesammelt und während mehrerer