Text-Bild-Ansicht Band 169

Bild:
<< vorherige Seite

daß auf eine genaue Bestimmung der Kieselsäure und der Thonerde die größte Sorgfalt verwendet und letztere durch Decantiren bis zur 20,000fachen Verdünnung ausgewaschen wurde. Die Menge der Thonerde mußte daher stets eher zu niedrig als zu hoch gefunden werden.

Im Allgemeinen geht aus den in den nachfolgenden Tabellen A und B mitgetheilten Analysen hervor, daß die Zusammensetzungsweise dieser sechs Thone, mit etwaiger Ausnahme von Nr. 5 und Nr. 3, eine ähnliche ist.

Hebt man unter den Thonen die beiden strengflüssigsten, Nr. 1 u. 2, hervor, so sind sie auch die verhältnißmäßig thonerdehaltigsten, selbst wenn man (vergl. d der Tabelle B) das Verhältniß der Gesammtmenge der Kieselerde zur Thonerde, abgesehen von der untergeordneten Menge der übrigen Basen und nach Abzug des Glühverlustes, in Betracht zieht. Die Gesammtmenge der Kieselsäure ist aber für einen feuerfesten Thon, dessen Werth nach seinem endgültigen Verhalten im Feuer geschätzt wird, schließlich stets entscheidend.

Setzt man demzufolge (vergl. e der Tabelle B) die Gesammtmenge der Kieselsäure = 100, so beträgt die Thonerde bei dem Thon Nr. 1 50,96, bei dem Thon Nr. 2 aber 52,63 und bei dem besten schottischen Thon selbst 81,32.

Der Thon Nr. 2, wiewohl er weniger strengflüssig, wenn auch nur um ein Geringes, ist dennoch thonerdehaltiger, eine Ausnahme von dem in Rede stehenden Gesetze, welche aber durch die doppelt so große Menge an flußbildenden Basen sich genügend erklären dürfte.

Andererseits steht den übrigen Analysen zufolge keineswegs die Ab- oder Zunahme der flußbildenden Basen in unbedingtem Zusammenhange mit der Strengflüssigkeit. So enthält gerade der weit strengflüssigste, der Garnkirker Thon, eine größere Menge an flußbildenden Bestandtheilen, und der leichtflüssigste Thon, Nr. 6, keineswegs dieselben in größter Menge.

Will man die Zusammensetzung des Thones Nr. 4, der wenig strengflüssig, als Beweis für das aufgestellte Gesetz in umgekehrter Weise gelten lassen, so ist bemerkenswerth, daß er auch die geringste Menge Thonerde (auf 100 Kieselsäure nur 32,97 Thonerde) enthält.

Um wo möglich herauszufinden, worin zwischen den in ihrer Zusammensetzung im Ganzen sehr ähnlichen, und doch hinsichtlich der Strengflüssigkeit ebenso verschiedenen Thonen, Nr. 1 und Nr. 6, die analytischen Kennzeichen liegen, erschien es nicht uninteressant von beiden die Analysen sorgfältigst zu wiederholen, um aus Durchschnittszahlen Schlüsse ziehen zu können.