Text-Bild-Ansicht Band 169

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Da im Ganzen die Resultate für die Thone Nr. 1 und Nr. 6, die beide genau in derselben Weise analysirt wurden, annähernd stimmen, so ist es wohl bei Annahme einer wenigstens relativen Zuverlässigkeit gestattet, folgende sich darbietende vier Gesichtspunkte aufzustellen:

  • 1) Bei dem Thon Nr. 1 findet sich mehr Thonerde, als bei dem Thon Nr. 6, und zwar in absoluter wie relativer Hinsicht.
  • 2) Bei dem Thon 1 findet sich weniger Sand mechanisch beigemengt.
  • 3) Die Menge der flußbildenden Bestandtheile ist bei dem Thon 1 eine geringere.
  • 4) Der Wassergehalt ist bei dem Thon 1 ein größerer. – Die Menge der freien Kieselsäure oder der durch kochende Sodalösung ausziehbaren ist bei Thon 1 eine geringere als bei Thon 6, noch weniger beträgt sie bei dem Garnkirker Thon.

Will man diese Resultate, die für den belgischen Thon und solche, die ihm ähnlich, maaßgebend seyn dürften, allgemein ausdrücken, so läßt sich daraus folgern:

Von zwei oder mehreren Thonen, die übrigens einander in der Zusammensetzung sehr ähnlich, ist derjenige der strengflüssigere, welcher

  • 1) der thonerdehaltigere,
  • 2) am wenigsten Sand mechanisch beigemengt enthält;
  • 3) wird der strengflüssigere auch weniger flußbildende Bestandtheile enthalten, doch ist dabei zu beachten, daß deren nachtheilige Wirkung eine qualitativ verschiedene, und
  • 4) dürfte der größere Wassergehalt auf eine größere Strengflüssigkeit deuten.81)

Um nicht den Vorwurf der Einseitigkeit oder Voreiligkeit zu verdienen, wovor ich mich um so mehr bewahren möchte, je größer die Verschiedenartigkeit des Vorkommens der Thone, wie deren Zusammensetzung und Eigenschaften, behalte ich mir ausdrücklich vor, die genannten Ergebnisse noch weiter und umfassender zu verfolgen.

Soll eine Formel für vorstehende Thone aufgestellt werden und vergleicht man zu dem Zwecke die Sauerstoffmengen zwischen Kieselsäure,

81)

In Betreff des Sandgehaltes oder der Kieselsäure überhaupt, dieses nach H. Rose in seinen Eigenschaften mehrfach rätselhaften Körpers, gibt es einige Erscheinungen, die auch in feuerfester Hinsicht auf eine gewisse Abhängigkeit von den verschiedenen Zuständen der Kieselsäure, dem amorphen oder krystallinischen, deuten.