Text-Bild-Ansicht Band 169

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Thonerde und Wasser, und zwar nach Abzug des Sandes, so ergeben sich die unter lit. g der Tabelle B angeführten und bezeichneten Zahlen.

Setzt man die Sauerstoffmenge der Kieselsäure = 4, so erhält man für den Thon

Kieselsäure Thonerde Wasser
Nr. 1. 4 3,24 1,94
Nr. 2. 4 3,00 1,59
Nr. 3. 4 3,40 1,89
Nr. 4. 4 2,84 1,92
Nr. 5. 4 3,12 1,93
Nr. 6. 4 2,92 1,63
Garnkirk Thon 4 3,27 1,82

Es dürfte hiernach das Verhältniß des Sauerstoffs der Kieselsäure und desjenigen in der Thonerde seyn 4 : 3 oder 12 : 9, und die kieselsaure Thonerde ist somit in diesen Thonen eine basische und hat die Formel 3 Al²O³, 4 SiO³.

Nimmt man die Sauerstoffmenge im Wasser zu 2/3 der in der Thonerde enthaltenen an, so erhalten wir demnach die Formel

3 Al²O³, 4 SiO³ + 6 HO

was genau entspricht der von Brogniart und Malaguti für den Kaolin aufgestellten Formel.

Bekanntlich fand Fresenius bei seinen ausgezeichneten Untersuchungen von fünf nahe bei einander vorkommenden Thonen aus dem Nassauischen, daß der reine Thon neutrale kieselsaure Thonerde, während Forchhammer gleichfalls eine basische Formel

(2 Al²O³, 3 SiO³ + 6 HO)

aufstellte.

Es bestehen demnach bis jetzt drei bis vier verschiedene Formeln für die Thone, welche dem Vorkommen dieses ungemein, namentlich durch alle sedimentären Formationen bis in die jüngsten Alluvionen verbreiteten sehr verschiedenartigen, bald mehr bald weniger fortgeschrittenen Endzersetzungsproductes entsprechen dürften.

Faßt man die Sauerstoffmengen der Gesammtmenge der Kieselsäure zur Thonerde, nach Abzug des Glühverlustes, ins Auge – ein Verhältniß, das, wenn auch nicht zur Aufstellung einer Formel berechtigt, doch im Feuer endgültig maaßgebend ist – so ergeben sich die sub lit. h der Tabelle berechneten Zahlen.

Setzt man die Sauerstoffmenge der Kieselsäure = 2, so erhält man: