Text-Bild-Ansicht Band 169

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variirendes. Die gestellten Anforderungen sind höchst verschiedenartig und je nach den Umständen, unter denen ein Thon geprüft worden ist, fällt die Entscheidung sehr wechselnd aus. Anderntheils ist die Verschiedenartigkeit der Thone selbst in demselben Lager meist groß genug, um beliebige Proben, je nach dem leitenden Vorurtheil entnehmen zu können, und mag daher auch der Zufall seine Rolle mitspielen.

Ich werde mich daher auf berühmte und allgemeiner bekannte feuerfeste Thone oder auch Fabricate daraus beschränken, worunter von bewährten Analytikern untersuchte sind.

Vorerst hebe ich die Analyse eines englischen feuerfesten Steines von Fresenius hervor.

Die Analyse 1) der Zusammensetzung des ganzen Steines und 2) der darin enthaltenen Chamotte ergab:

1. 2.
Kieselsäure 54,63 47,98
Thonerde 40,27 46,94
Eisenoxyd 2,67 2,94
Kalk 1,53 2,32
Magnesia 1,03 Spur
–––––––––––––––
100,13 100,18

Berechnet aus beiden Bestimmungen die Sauerstoffmenge der Kieselsäure und der Thonerde, so ergibt

1. O 2. O
Kieselsäure 54,63 28,37 47,98 24,91
Thonerde 40,27 18,82 46,94 21,94

Ohne allen Zweifel bestand demnach der zur Grundmasse dieses Steins (wovon mir zufällig Stücke zu Händen gekommen sind, welche denselben als ausgezeichnet strengflüssig, gleich den bestbekannten schottischen feuerfesten Steinproben erwiesen) und noch mehr der zur Chamotte verwendete Thon aus basisch-kieselsaurer Thonerde.

Unter den besten feuerfesten Thonen Englands und Schottlands finden sich überhaupt mehrere basische Thonsilicate.

So enthalten 1) der Thon von Stannington bei Sheffield, analysirt a. von Le Play und b. von Humbly, 2) von Brierley Hill, Staffordshire, erste Qualität, analysirt von T. H. Henry, 3) von Poole, Dorsetshire, analysirt von Weston, 4) der Chinathon, Kaolinit aus Cornwall, analysirt von R. A. Cooper, 5) von Stourbridge, analysirt a. von Le Play und b. von Salvetat, und 6) von Grangemouth, analysirt von Penny, Sorte a.