Text-Bild-Ansicht Band 151

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werden diese auf Trichter geworfen und das Abtropfen durch Luftleere unterstützt, oder aber das noch anhängende Oel durch die Centrifugalmaschine entfernt. Auf beide Weisen erhält man weiße fast ölfreie Krystalle, die einer tüchtigen warmen Pressung unterworfen, sofort ein brauchbares Paraffin geben, welches, da die Krystallisation aus schweren Oelen bewirkt wurde, die geruchfrei sind, keinen Geruch hat.

Die Qualität des Paraffins wird dadurch verbessert und die Härte desselben dadurch erhöht, daß man es noch einmal mit einigen Procenten leichten weißen Photogens zusammenschmilzt und es dann nochmals einer tüchtigen Pressung unterwirft. Die erhaltenen Preßkuchen müssen in diesem Falle aber noch mittelst Einleiten von gespannten Wasserdämpfen geschmolzen werden, um die äußerst geringe Menge noch anhängenden Photogens, welches dem damit behandelten Paraffin den Geruch von jenem verleiht, zu verflüchtigen. Man muß zu dieser Operation nur Oele von niedrigen Siedepunkten verwenden, die durch gespannte Wasserdämpfe leicht entfernbar sind. Ein specifisches Gewicht für diese läßt sich nicht angeben, da sie aus verschiedenen Materialien gewonnen bei gleichen Siedepunkten meist ein ganz verschiedenes Eigengewicht haben.

Aus den von dem Paraffin ablaufenden Oelen wird durch fractionirte Destillation Photogen, Solaröl und Paraffinmasse gewonnen.

Photogen sowohl als Solaröl und Paraffin bestehen aus einem Gemisch von reinen Kohlenwasserstoffen von verschiedenem specifischem Gewicht, verschiedenen Siedepunkten, verschiedener Consistenz. Die das Photogen und Solaröl bildenden Kohlenwasserstoffe sind flüssig, die aus denen das Paraffin besteht, fest. Während alle mir bekannten Braunkohlen brauchbares Paraffin lieferten, liefern nur wenige ein den Ansprüchen des Publicums genügendes Photogen und Solaröl.

Ein Photogen, was allgemein zum Brennen verwendbar seyn soll, darf höchstens ein specifisches Gewicht von 0,815–20 haben. Das Gewicht ist aber nicht allein maßgebend für die Güte des Productes, insonderheit sprechen auch die Siedepunkte der es zusammensetzenden Oele mit. Die Gränzen, innerhalb deren die Photogenöle sieden, liegen zwischen 100–300° C. So das Hamburger Photogen und das, was ich hier producire. Die Bitterfelder Photogenöle haben bei den erwähnten Siedepunkten ein durchschnittliches specifisches Gewicht von 0,800, und gerade in deren Leichtigkeit liegt ein Vorzug derselben. Die Ansicht ist irrig, daß das leichteste Photogen das flüchtigste und gefährlichste ist, und daß dasselbe deßhalb schneller verbrenne als schwereres und zum Nachtheil für den Konsumenten sey. Das geltend zu machen, haben sich viele Fabrikbesitzer Mühe gegeben, deren Material nur sehr schweres Photogen